MainWerk
Ausstellungsreihe im Portikus
Die seit 2007 bestehende Ausstellungsreihe „MainWerk“ präsentiert Arbeiten von ehemaligen Städelschülern, die ihre künstlerische Karriere nach ihrem Abschluss in Frankfurt erfolgreich vorangetrieben haben und nun national oder international ausstellen. Mit „MainWerk“ möchte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft die Künstler - zumindest temporär - nach Frankfurt zurückholen und ihr Werk der Frankfurter Öffentlichkeit präsentieren. Die Stiftung macht damit auf den Beitrag Frankfurts zur Gegenwartskunst aufmerksam und fördert den künstlerischen Nachwuchs aus Frankfurt. In Rahmen der Reihe wird einmal im Jahr ein speziell für den Frankfurter Portikus geschaffenes Kunstwerk gezeigt.
Die Ausstellungsreihe „MainWerk“ ist eine Zusammenarbeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main mit der Städelschule und dem
Portikus.
MICHAEL BEUTLER - 2007
Mit seiner raumgreifenden Installation aus Blumenpapier und Drahtgestellen, die vom 22. September bis zum 4. November 2007 unter dem Titel „PORTIKUS CASTLE“ im Portikus zu sehen war, bildete der ehemalige Städelschüler und Bildhauer Michael Beutler den Auftakt zur Ausstellungsreihe „MainWerk“. Gezeigt wurde eine aus Metallgittern und Transparentpapier gefertigte, rund acht Meter hohe Skulptur, die den ca. 3.000 Besuchern einen beeindruckenden Beweis der Lebendigkeit von Gegenwartskunst in und aus Frankfurt bot.
Michael Beutler wurde 1976 in Oldenburg geboren und studierte von 1997 bis 2003 an der Städelschule bei Thomas Bayrle sowie an der Glasgow School of Art. Er interessiert sich für serielle Produktion und funktionale Baustoffe, deren alternative Nutzungsmöglichkeiten und sinnliche Qualität er herausarbeitet. Der Entwicklungsprozess ist dabei wesentliches Merkmal seiner skulpturalen Werke. Entscheidend für Form und Ästhetik einer Installation oder Skultpur sind zumeist architektonische Gegebenheiten und Besonderheiten der Räume, in denen die Arbeiten entstehen.
Für seinen rund 20 Meter hohen Aluminium-Pagodenturm im neuen Lufthansa-Hauptverwaltungsgebäude am Frankfurter Flughafen erhielt Beutler, der inzwischen international ausstellt, 2008 den hochdotierten "mfi Preis Kunst am Bau".
HAEGUE YANG - 2008

Haegue Yang folgte 2008 mit ihrer offenen Installation "SIBLINGS AND TWINS" als zweite Künstlerin der noch jungen Tradition der Ausstellungsreihe „MainWerk“. Das vom 17. Mai bis 29. Juni 2008 im Portikus errichtete Werk der ehemaligen Städelschülerin zeigte eine aus zwei Teilen bestehende Rauminstallation, deren Komponenten durch eine metaphorische Parallele inhaltlich in Verbindung treten. Haegue Yang verknüpfte so die unterschiedlichen Lebensgeschichten des koreanischen Freiheitskämpfers Kim San und die der französische Autorin Marguerite Duras und übertrug diese in abstrakte Formen. 400 Besucher konnten bei der Eröffnung der Ausstellung im Portikus das Werk aus Jalousien, Metallkonstruktionen, Glühbirnen, Lochblechen und Scheinwerfern bestaunen.
Die 1971 in Seoul geborene Künstlerin der zeitgenössischen Kunst studierte 1995 bis 1999 an der Städelschule bei Georg Herold sowie Bildhauerei am Fine Arts College in Seoul. Yangs Arbeiten charakterisiert eine intensive, abstrakte Formensprache. Ihre Werke befassen sich auf sachliche und konzeptuelle Weise mit kulturellen Unterschieden sowie den hiermit verbundenen Themen Raum und Übergang.
Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit, darunter in London, Hamburg, Paris und Wien zeigten bereits Haegue Yangs Werke. Auf der 53. internationalen Kunstausstellung der Venedig Biennale 2009 wurde sie ausgewählt, sich in der zentralen internationalen Ausstellung sowie im Rahmen einer Einzelausstellung im koreanischen Pavillon zu präsentieren.
ATT POOMTANGON - 2009

Der Bildhauer und Künstler Att Poomtangon wurde 1973 in Bangkok geboren. Nach seinem Studium am College of Fine Arts in Bangkok und an der Chiangmai University in Thailand studierte er bis 2008 an der Städelschule Frankfurt bei Tobias Rehberger. Als dritter Künstler der Ausstellungsreihe „MainWerk“ ist seine Installation „ON THE WAY TO THE ALPS I SEE SAND” vom 24. Juli bis 06. September 2009 im Portikus zu sehen.
Für die Installation von Poomtangon wurde in den Portikus ein 90qm großes Wasserbecken eingelassen, das über einen hölzernen Steg erreichbar ist und auf dem kleine improvisierte Schlauchboote schwimmen. Der Raum wurde verdunkelt und nur geringe, punktuelle Lichtquellen in der Art von abgehängten fischförmigen Leuchtobjekten geben Orientierung. Mit seiner Installation im Portikus bezieht sich der thailändische Künstler ganz unmittelbar auf die geografische Verortung des Portikus auf der Maininsel. Der Main ist Ausgangspunkt für eine weit reichende Recherche über den gesellschaftlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen und die daraus resultierenden ökonomischen Zwänge. Der Hintergrund der Installation reicht jedoch weit über Frankfurt nach Thailand: Dort hat der Fischfang noch heute eine große Tradition und sichert die Existenz vieler Menschen, gleichzeitig werden Fische jedoch auch in Tempelanlagen verehrt.
2009 erhielt Poomtangon ein Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung in New York und nimmt darüber hinaus mit einer Außeninstallation an der 53. internationalen Kunstausstellung Biennale in Venedig teil.
Kontakt: Daphne Lipp, lipp@sptg.de