Weitere operative Projekte und Großförderprojekte im Überblick

Rosl und Paul Arnsberg-Preis

Anlässlich des 100. Geburtstages von Rosl Arnsberg am 2. Juni 2008 wurde von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft der Rosl und Paul Arnsberg-Preis gestiftet. Er wird alle zwei Jahre ausgeschrieben, seit 2016 wird zudem der Arno Lustiger Förderpreis im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises verliehen.

Die jüdischen Bürger Frankfurts haben traditionell eine herausragende Rolle bei der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in der Stadt gespielt. Sie haben in hohem Maße die mäzenatische Tradition Frankfurts geprägt und aus der Mitte der Bürgerschaft heraus zahlreiche wegweisende Einrichtungen auf den Weg gebracht, die der Stadt Frankfurt in ihrer Gesamtheit von hohem Nutzen waren und den Fortschritt der Stadtgesellschaft gefördert haben.

Rosl und Paul Arnsberg stehen als jüdische Bürger Frankfurts für ein Lebenswerk im Dienste der Aufarbeitung und Bewusstmachung des historischen Erbes der jüdischen Bürger Frankfurts.

Unermüdliche Historiker

Unermüdlich hat Paul Arnsberg in der Nachkriegszeit historische Forschungen über die Rolle der Juden in Frankfurt und Hessen angestellt und dazu Standardwerke von hohem wissenschaftlichem Rang verfasst. Seine Frau Rosl Arnsberg hat ihn dabei nachhaltig unterstützt.

Der Historiker und Publizist Prof. Dr. Arno Lustiger hat ebenfalls maßgeblich zur Erforschung jüdischen Lebens, insbesondere des jüdischen Widerstandes, beigetragen. Seiner Initiative war die Stiftung des Rosl und Paul Arnsberg-Preises mit zu verdanken, er übernahm auch den Ehrenvorsitz der ersten Preisvergaben. Sein besonderes Augenmerk galt dabei den Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern.

Der Förderpreis 

Im Andenken an Prof. Dr. Arno Lustiger (1924 – 2012) ergänzt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft daher 2016 den Rosl und Paul Arnsberg-Preis erstmals um den Arno Lustiger-Förderpreis im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises. Dieser wird im Unterschied zum Rosl und Paul Arnsberg-Preis für eine Dissertation bzw. ein Dissertationsvorhaben vergeben. 

Die Preise werden vergeben für herausragende Arbeiten zur Geschichte der jüdischen Bürger Frankfurts. Ausgezeichnet werden können sowohl bereits vorliegende Publikationen als auch Vorhaben in diesem Bereich. Die eingereichten Arbeiten oder Vorhaben müssen dem Standard wissenschaftlicher Methoden genügen.

Die Arbeiten sollen neue Erkenntnisse über die Geschichte der Frankfurter Juden enthalten oder die Gewinnung entsprechender neuer Erkenntnisse erwarten lassen. Kandidaten können sich mit bereits verfassten Arbeiten oder mit einem geeigneten Vorhaben selbst um den Preis bewerben.

Zweijähriger Turnus

Beide Preise werden alle zwei Jahre in einem gemeinsamen Verfahren ausgeschrieben. Für die Bewerbung gelten dieselben Fristen, die Beschlussfassung über die Preisträger findet in einer gemeinsamen Jurysitzung statt, und auch die Preisvergabe erfolgt in einer gemeinsamen Veranstaltung.

Der Rosl und Paul Arnsberg-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Arno Lustiger Förderpreis im Rahmen des Rosl und Paul Arnsberg-Preises mit 3.000 Euro. Beide werden in einem öffentlichen Festakt vergeben.

Die Auswahl unter den Bewerbern trifft eine Jury unter Vorsitz von Dr. Mirjam Wenzel (Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt am Main). Der Jury gehören ferner an: Dr. Gad Arnsberg (Historiker), Dr. Evelyn Brockhoff (Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte), Dr. Roland Kaehlbrandt (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft) und Walther von Wietzlow (Präsident der Polytechnischen Gesellschaft e.V.).

Die bisherigen Preisträger

2014

Zwei Hauptpreise (zu 5.000 Euro):

  • Prof. Dr. Edward Fram (Ben Gurion Universität des Negev, Beer-Sheva): "A Window on their World: The Court Diaries of Rabbi Hayyim Gundersheim Frankfurt am Main, 1773-1794"
  • Dr. habil. Stefan Litt (Israelische Nationalbibliothek Jerusalem): "Jüdische Gemeindestatuten aus dem aschkenasischen Kulturraum 1650-1850"

2012

  • Dr. Verena Kasper-Marienberg (Karl-Franzens-Universität Graz): "‘vor Euer Kayserlichen Mayestät Justiz-Thron’: Die Frankfurter jüdische Gemeinde am Reichshofrat in josephinischer Zeit (1765-1790)"

2010

Hauptpreis (8.000 Euro)

  • Prof. Dr. Andreas Gotzmann (Universität Erfurt): "Jüdische Autonomie in der Frühen Neuzeit: Recht und Gemeinschaft im deutschen Judentum"

Förderpreis (2.000 Euro)

  • Benno Nietzel (Universität zu Köln): "Jüdische Unternehmer aus Frankfurt am Main 1924-1964: Ausgrenzung, Selbstbehauptung, Vernichtung, Bewältigung"

2008 (Verleihung 2009)

Hauptpreis (8.000 Euro)

  • Helga Krohn: "Juden in Frankfurt am Main 1945 bis in die Gegenwart"

Förderpreis (2.000 Euro)

  • Andre Griemert: "‘Bürgerliche Verbesserung der Juden‘ durch Schule und Bildung? Das Frankfurter Philantropin in der Kontroverse um die jüdische Emanzipation bis 1816"

Prof. Dr. Arno Lustiger und Rosl Arnsberg im Jahr 2008.


Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung

Das Internationale Programm Alfred Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung am Fachbereich Gesellschaftwissenschaften der Goethe-Universität wird durch eine Förderung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ermöglicht.

Die Gastprofessur wurde 2009 auf Anregung der Deutsch-Französischen Gesellschaft initiiert. Ziel des Programms ist es, die Forschung und den öffentlichen Diskurs über Bürgergesellschaft und Demokratie in Frankfurt zu stärken.

Jährlich besucht ein prominenter Forscher oder eine prominente Forscherin die Goethe-Universität und vertieft aus sozialwissenschaftlicher Perspektive in Seminaren und Vorträgen Aspekte der Thematik.

Namensgeber ist der in Frankfurt geborene Publizist und Politologe Alfred Grosser – ein zentraler Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Inhaber der Alfred Grosser-Gastprofessur seit 2009: 

2015/2016 Prof. Dr. Catherine Colliot-Thélène (Rennes) Sozialstaat und Legitimitätskrise demokratischer Gesellschaften
2014/2015 Prof. Dr. Yves Sintomer (Paris) Deliberative und partizipative Demokratie in Europa
2013/2014 Prof. Dr. Thamy Poghrebinschi (Rio de Janeiro) Direkte Demokratie - Projekte aus Südamerika
2012/2013 Prof. Dr. Annette Zimmer (Münster) Wandel der Zivilgesellschaft
2011/2012  Ratna Omidvar (Toronto) Bürgergesellschaft und Migration
2010/2011 Prof. Dr. Saskia Sassen (New York) Globale Migrationsphänomene
2009/2010 Prof. Dr. Alfred Grosser (Paris) Bürgergesellschaft und Demokratie in Deutschland und Frankreich                       


Frankfurter HausGespräche

Der Mensch der Gegenwart, seine Sprache und Werte sind die zentralen Themen der Frankfurter HausGespräche, die von fünf Frankfurter Kulturinstitutionen getragen werden.

Seit 2010 wird in den Podiumsgesprächen philosophiert, debattiert und hinterfragt; stets mit der Maxime, die Gegenwart mit einem Blick in die Vergangenheit und Gedanken an die Zukunft zu verbinden. Im Mittelpunkt des Diskurses steht abwechselnd der Mensch und seine Sprache; jedes Themengebiet wird über mehrere Abende hinweg anhand verschiedener Fragestellungen beleuchtet.

Experten aus verschiedenen Bereichen diskutieren über das jährlich wechselnde Thema, um möglichst viele unterschiedliche Perspektiven zu gewährleisten.

Die Frankfurter HausGespräche sind eine Kooperation der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, des Literaturhauses, des Hauses am Dom, des Goethe-Museums und der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen.

In den vergangenen Jahren wurden bei den Frankfurter HausGesprächen folgende Themen diskutiert:

2016: Sprachwandel in Zeiten der Niedrigschwelligkeit: Geht uns die Bildungssprache verloren?
2015: Was ist europäische Bildung?
2014: Über das Problem der Übersetzung in der Religion
2013: Der modulare Mensch – Schrecken oder Verheißung?
2012: Deutsch 2.0
2011: Persönlichkeitsbildung
2010: Deutsch als Sprache der Integration


Frankfurter Sommerstipendien

Das Kooperationsprojekt Frankfurter Sommerstipendien zwischen der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und dem Goethe-Institut Frankfurt ermöglicht den besten Deutschschülern aus Frankfurts Partnerstädten einen dreiwöchigen Aufenthalt in der Mainmetropole.

Birmingham, Budapest, Deuil-la-Barre und Dubai, Eskişehir, Granada (Nicaragua), Guangzhou und Kairo, Krakau, Leipzig, Lyon, Mailand, Philadelphia, Prag, Tel Aviv, Toronto und Yokohama – das sind die Städte, mit denen Frankfurt partnerschaftliche Beziehungen pflegt.

Um diese Städtepartnerschaften zu intensivieren und die deutsche Sprache im Ausland zu fördern, laden die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und das Goethe-Institut Frankfurt seit 2006 jeden Sommer ambitionierte Jugendliche aus den Partnerstädten nach Frankfurt ein.

Während ihres dreiwöchigen Aufenthaltes leben die Sommerstipendiaten in Gastfamilien und nehmen dort am Familienalltag teil. Im Goethe-Institut Frankfurt erhalten sie täglich Deutschunterricht und lernen im Rahmen eines vielseitigen kulturellen und landeskundlichen Programms ihre Partnerstadt Frankfurt und die Rhein-Main-Region intensiv kennen.

Ihre Erfahrungen und Erlebnisse halten die Sommerstipendiaten in einem "Online-Tagebuch" mit Texten, Bildern und Videos fest. Zu den besonderen Höhepunkten zählen der Empfang der Stipendiaten im Römer und das feierliche Abschlussfest.

Das sagen ehemalige Sommerstipendiaten

"Die deutsche Sprache ist für mich wunderschön. Ich liebe es, Deutsch zu sprechen. Und ich möchte mein Deutsch verbessern. Das konnte ich dank dieses Kurses."
(Meltem aus Eski­ehir)

"Frankfurt bedeutet für mich eine der besten Erfahrungen meines Lebens. Ich bin total verliebt in diese Stadt. Ich fühlte mich willkommen und möchte unbedingt zurückkommen – zum Beispiel zum Studieren!"
(Martina aus Mailand)

"Die deutsche Sprache ist das Mittel, mit dem wir uns alle verständigen können. Wir kamen aus 16 verschiedenen Nationen und waren durch die deutsche Sprache verbunden."
(Marguerite aus Lyon)


Jazz und Improvisierte Musik in die Schule!

Das Programm Jazz und Improvisierte Musik in die Schule! greift die langjährige Tradition der "Jazzstadt" Frankfurt auf und bringt Jazz als kreative und lebendige Musik in die Schulen.

Jazz und Improvisierte Musik in die Schule! wurde 2011 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ins Leben gerufen und wird seit 2014 von der Musikschule Frankfurt weitergeführt.

Unter dem Titel "Der fahrende Jazzclub" werden Mitmachkonzerte, Klassenworkshops und Bandcoachings an Frankfurter Schulen veranstaltet. Um die schulische Arbeit im Bereich des Jazz zu unterstützen, werden außerdem Lehrerfortbildungen und Unterrichtsmaterialien angeboten.

Jazzinteressierte Schüler sind eingeladen, an der "Frankfurter Schüler-Jamsession" im traditionsreichen Frankfurter Jazzkeller teilzunehmen. Hier können – unter der Moderation und Begleitung professioneller Jazzmusiker – die ersten Schritte im spontanen Zusammenspiel mit anderen live erprobt werden.

Zur Förderung junger Talente wurde außerdem das "Frankfurter Schülerjazz-Ensemble" gegründet. Alle zwei Jahre findet das "Frankfurter Schüler-Jazzfestival" statt, das dem Nachwuchs und den Schulen eine Bühne gibt.

 Weitere Informationen finden Sie unter http://www.schuljazz-frankfurt.de/