Strategie 

Tuesday, February 02, 2010 2:45:00 PM
Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Strategie

Wenn die Hauptaufgabe der Stiftung darin besteht, Frankfurt im Wettbewerb mit anderen Städten zu stärken, ist zu klären, was diesen Wettbewerb schließlich entscheidet. Die Antworten werden sich mit der Zeit ändern und dadurch immer wieder neu gefunden werden müssen.

Die Attraktivität eines modernen Gemeinwesens und internationalen Wirtschaftszentrums wird gewiss durch die Ansiedlung bedeutender Unternehmen gesichert. Insofern richten sich die Augen auch primär auf die wirtschaftliche Leistung der Stadt und ihrer Region. Ebenso wichtig ist aber die Sicherstellung angemessener Lebensbedingungen für die Bürger. Daher sind kulturelle, bildungsbezogene und soziale Leistungen als Standortfaktoren ebenso hoch einzuschätzen wie ökonomische. Dies zeigt die Erfahrung der erfolgreichen Metropolen, die diese Einsichten berücksichtigen.

Die Kernfragen lauten daher:
◗ Was erwarten die Bürger der Stadt, was erwarten die Menschen, die hier leben oder hierher übersiedeln sollen – vielleicht aus dem Ausland –, um hier tätig zu  erden, von dieser Stadt?
◗ Was erwarten die Jüngeren, die mit ihren Familien kommen?
◗ Mit welchen Angeboten werden gute Leute für Frankfurt geworben und hier gehalten?
◗ Welches sind die Grundlagen nicht nur für erfolgreiche berufliche Tätigkeit, sondern für ein Gemeinschaftsgefühl, das Voraussetzung für sozialen Frieden und Fortschritt ist, und für ein Verantwortungsgefühl für das Gemeinwesen?

Zu den Kernforderungen gehören ein vorbildliches Bildungssystem mit entsprechenden Kindergärten, Schulen, Berufsschulen, Hochschulen, Bibliotheken; erstklassige, allen Bevölkerungsschichten zugängliche Kulturangebote einschließlich eines Jugendkulturangebotes, welches auf die spezifischen Interessen der Jugendlichen eingeht; schließlich vorbildliche medizinische, soziale und sozialpflegerische Einrichtungen; last but not least Angebote, die hier lebenden und arbeitenden Ausländer in das städtische Leben zu integrieren. Diese Aufgaben sind von der öffentlichen Hand allein nicht mehr zu bewältigen. Daher will die Stift ng mit geeigneten Strategien zu Lösungen für die Stadt modellhaft beitragen.

Dabei dient ihr als Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Verfassung wie kaum eine andere gemeinnützige Einrichtung umfassend und gezielt Kultur, Wissenschaft und Technologie, Soziales und Karitatives fördern kann und vereint, was sonst einzelne Einrichtungen nur gesondert angehen können.

Die Aufgaben im Bereich der Bildung, präzise: der Vermittlung von (Aus-)Bildungsfähigkeit, liegen durch die Bildungsstudien der letzten Jahre auf der Hand. Hier muss es darum gehen, Förderung als Kontinuum zu verstehen, beginnend mit der Altersgruppe von „0 bis 3“, dann aber die Förderung fortzusetzen, um das, was bis dahin aufgebaut wurde, nicht wieder zu verlieren, wie es oft der Fall ist.

Die Schwerpunktsetzung wird sich an den – auch personellen – Möglichkeiten orientieren müssen. Das Prinzip fördernder Begleitung bis zum Berufseintritt sollte aber nicht in Frage gestellt werden.

Insbesondere die berufliche Bildung darf gerade in einer Stadt wie Fran furt nicht Stiefkind von Zuwendung sein. Innovationsfähigkeit entsteht nicht nur durch akademische Studien, sondern ebenso durch berufliche Bildung.

Nach den Erkenntnissen moderner Lernforschung ist ebenfalls unumstritten, dass frühe Förderung von Sprache, Bewegung, Lesen und Hören verbunden sein sollte mit ästhetischer Erziehung, also Kunst und Musik. Erfahrene Partner finden sich nicht nur in den Museen, sondern auch in der Musikhochschule und an der Universität.

Kunst sollte (auch) dort gefördert werden, wo interessante, neue Ansätze verfolgt werden, außerhalb der etablierten Institutionen. Die „Pflege kulturellen Erbes“ sollte sich hingegen beschränken auf Objekte, die von herausragender kultureller Bedeutung sind, aber auch einen engen historischen Bezug zur Stadt, zur Polytechnischen Gesellschaft oder anderen Frankfurter Stiftungen haben.

[... Download leitlinien und handlungsfelder der stiftung]

 


auf einen Blick
Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Mit einem Kapital von 397 Mio. Euro errichtete die Polytechnische Gesellschaft im Jahr 2005 die Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Sie ist operativ und fördernd in drei Themenfeldern aktiv: 1. Bildung, Wissenschaft und Technik; 2. Kunst, Kultur und Pflege des kulturellen Erbes; 3. Soziales, Humanitäres und Karitatives.
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Jubiläumsausgabe
Wirkungsbericht
Die Jubiläumsausgabe „Wirkungen“ prüft, was seit der Errichtung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft vor fünf Jahren entstanden ist. Was wurde für die Stadt Frankfurt und ihre Bewohner tatsächlich bewirkt? Im ersten Wirkungsbericht werden verschiedene Möglichkeiten der Darstellung von Wirkungen genutzt: quantitative, qualitative und auch illustrierende.
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Auftakt zur Samstagsschule 2012 Empfang der Diesterweg-Stipendiaten im Römer
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