Frankfurter Hausgespräche: Fünf Thesen für Einklang

"Wer nach Wahrheit sucht, muss mit echten Menschen streiten." Das fordert Ursula Ott, die Chefredakteurin des evangelischen Magazins chrismon. Und das ist auch das Credo dieses Abends im Literaturhaus.

Ursula Ott wie auch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, die Promotionsstipendiatin und Psychologin Magdalena Kuhn, der Fernsehjournalist und Islamwissenschaftler Abdul-Ahmad Rashid sowie der Verlagsleiter und Lyriker Henning Ziebritzki haben jeweils sehr eigene, sehr unterscheidbare Thesen für das von der EKHN Stiftung und dem Literaturhaus Frankfurt gemeinsam herausgegebene Buch „95 Anschläge – Thesen für die Zukunft “ formuliert (S. Fischer Verlag).

Doch ihre Thesen haben auch etwas gemeinsam. Möglicherweise wollen in ihrem Kern alle fünf: Einklang. Inneren oder äußeren Einklang in einem Wimmelbild einer Gesellschaft , die gezeichnet ist von einer kaum fassbaren Pluralität der Behauptungen, Glaubensdiktate, Missverständnisse und Dissonanzen. 

Der Abend wird unterstützt vom Kulturamt Frankfurt am Main.

Kerndaten: Mittwoch, 21.06.17, Literaturhaus Frankfurt, 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Es diskutieren: 

  • Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Frankfurt
  • Magdalena Kuhn, Promotionsstipendiatin und Psychologin, Frankfurt
  • Ursula Ott, Chefredakteurin Chrismon, Frankfurt
  • Abdul-Ahmad Rashid, Fernsehjournalist und Islamwissenschaftler, Frankfurt
  • Dr. Henning Ziebritzki, Verlagsleiter und Lyriker, Tübingen

Moderation: Jens Bisky, SZ-Feuilleton-Redakteur


Vortrag: Die Frankfurter Rundschau - von den Anfängen bis heute

Eine Zeitreise mit dem StadtteilHistoriker a.D. Wolf Gunter Brügmann mit Anekdoten "aus dem Nähkästchen" und Erinnerungen an Journalisten der ersten beiden Generationen, die das Profil der FR prägten.

11. Mai: Die ersten 25 Jahre: Wie alles anfing, als Frankfurt in Trümmern lag, und was daraus wurde. Spielball im Kalten Krieg. Stachel gegen Reaktionäre.

22. Juni: Aufstieg, Niedergang, Rettung: Der Aufbruch seit Ende der 60er-Jahre. Streifzüge durch die 70er, 80er, 90er-Jahre. Die Krisenepoche ab 2000.

Wolf Gunter Brügmann war 42 Jahre, von März 1968 bis April 2010, als Politischer Redakteur und Autor für die FR tätig. Geprägt wurde er noch sehr persönlich von dem legendären Verleger, Herausgeber und Chefredakteur Karl Gerold und dem stellvertretenden FR-Chefredakteur Karl Hermann Flach, dem Vordenker und Wegbereiter der ersten sozial-liberalen Bundesregierung.

Die Zeitreise beginnt mit der Gründung der FR und ihrer Bedeutung, die sie schon in den ersten Jahren hatte. Sie führt weiter über das durchaus spannungsreiche politische Selbstverständnis in der Redaktion und die ewige Auseinandersetzung über die Ausrichtung der Zeitung zwischen Redaktion und Verlag, besonders der Anzeigenabteilung. Und endet mit den Ursachen und Folgen der Existenzkrisen bis in unsere Tage.

Kerndaten: 11. Mai und 22. Juni, Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, 20 Uhr. Eintritt frei.

 

 


Frankfurter Hausgespräche: Können wir aus dem Erbe der Aufklärung zu einer gemeinsamen Kultur kommen?

Vernunft, Argument und Beweis, Bildungsbegeisterung, Wissenschaftsorientierung, Freiheit des Individuums – das sind Ankerpunkte einer Kultur, die durch die Aufklärung gegangen ist und sich auf sie beruft. In einer immer heterogener werdenden Gesellschaft stellt sich nicht nur die Frage nach der Rechtsordnung, sondern darüber hinausgehend auch nach Rahmungen, seien es gesellschaftliche Zielvorstellungen und Denkmodelle, Aushandlungsformen oder auch Freiheiten, Regeln und Grenzen des Umgangs miteinander.

Der letzte Abend der Hausgespräche 2017 spürt dem lebendigen Erbe der Aufklärung nach und fragt nach seiner gemeinschaftstiftenden Prägekraft in ungewisser moderner Zeit.

In Kooperation mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

Kerndaten: 28.06.2017, Frankfurter Goethe-Haus, Arkadensaal, 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr, Eintritt frei

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts
  • Maya Hazukanu, Doktorandin im Fach Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Armina Omerika, Juniorprofessorin für die Ideengeschichte des Islam der Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Susanne Schröter, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie, Goethe-Universität Frankfurt

Moderation: Prof Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstand der Stiftung Polytechnische Gesellschaft