06. September 2018

10 Jahre Opernstudio: Wunderbare Stimmen, wunderbare Sänger

von Jens-Ekkehard Bernerth

600 Musikbegeisterte fanden am Dienstagabend den Weg in die Oper Frankfurt. Anlass war das 10-jährige Jubiläum des Opernstudios, das diesen besonderen Moment mit einer feierlichen Aufführung zelebrierte.

Foto: Barbara Aumüller


Mit dem Opernstudio fördert die Oper Frankfurt seit 2008 besonders talentierte Nachwuchssänger, die frisch ihr Studium abgeschlossen haben. Die Kandidaten kommen aus der ganzen Welt. Opern-Intendant Loebe ist es wichtig, dass die Stimmen der Opernstudio-Stipendiaten behutsam weiter ausgebildet werden, bevor sie ihre erste Anstellung erhalten. Dies unterstreicht auch Opernstudio-Projektleiter Thomas Stollberger in einem Interview mit der FNP: "Es gibt keine 25-jährigen Sopranistinnen, die eine Gräfin singen können und sollten, denn diese Stimmen wären mit 35 kaputt. Das machen wir nicht. Lieber einen Schritt zurück, kleine bis mittlere Partien." Trotzdem singen die Kandidaten bis zu 40 Vorstellungen in den meist zwei Jahren. Deutschkurse, Benefizkonzerte wie beispielsweise in Seniorenheimen, Rollenstudium und Meisterkurse gehören ebenfalls zur Ausbildung.

Hervorragende Resultate

Seit Bestehen des Opernstudios wurden 13 von 40 Stipendiaten in das feste Ensemble der Oper Frankfurt übernommen, andere fanden eine Anstellung in Häusern wie der Metropolitan Opera in New York oder dem Bolschoi Theater in Moskau. "Das Opernstudio ist eine echte Talentschmiede, und Herr Loebe hat ein untrügliches Gespür für die Qualität von Stimmen und Sängern", lobte entsprechend Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt in seinem Grußwort (PDF) den Hausherrn und das Programm, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gemeinsam mit der Deutsche Bank Stiftung und dem Patronatsverein seit der Gründung fördert.

Gegenwart und Vergangenheit vereint

Besagte Talente zeigten an dem Abend auch, was sie im Opernstudio lernen - und gelernt haben. Denn neben aktuellen Stipendiaten wie Iain MacNeil oder Florina Ilie standen auch Alumni des Programms wie Julia Dawson, Paula Murrihy, Iurii Samoilov oder Kihwan Sim auf der Bühne.

Aufgeführt wurden weltberühmte Stücke wie Mozarts "Dies’ Bildnis ist bezaubernd schön" aus der "Zauberflöte", Tschaikowskis "Kto mozhet sravnitsya s Matildoy moyey" aus "Iolante" oder Verdis "Ella giammai m’amo" aus "Don Carlo". Begleitet wurden sie vom Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Hartmut Keil.

Pure Begeisterung

Die Reaktion des Publikums: frenetischer Applaus. Zum einen für die Leistung der Sänger, zum anderen für die Leistung der Verantwortlichen des Opernstudios, zehn Jahre lang auf höchstem Niveau zu agieren. Thomas Stollberger zeigte sich nach dem Auftritt entsprechend stolz und gerührt: "Was wir heute Abend gezeigt haben, war nur ein kleiner Querschnitt der erfolgreichen Arbeit, die wir in den letzten zehn Jahren geleistet haben. Und schon dieser hat allen Verantwortlichen der Oper Frankfurt und des Opernstudios ein Lächeln des Stolzes und der Freude ins Gesicht gezaubert – was für wunderbare Stimmen, Menschen, Persönlichkeiten konnten hier an unserem Haus heranreifen."