18. Januar 2021.

25 neue Stadtteil-Historiker für Frankfurt - Achte Generation aufgenommen

von Elisabeth Brachmann

In 25 Projekten erforschen geschichtsinteressierte Frankfurter die Geschichte ihrer Stadt. Bei der Begrüßung der achten Stadtteil-Historiker-Generation am 16. Januar 2021 erfolgte die Staffelstabübergabe erstmals digital, die Festrede hielt Büchner-Preisträger Martin Mosebach.


Bis März 2022 beschäftigen sich die Stadtteil-Historikerinnen und -Historiker mit historischen Themen wie etwa der Geschichte unehelicher Schwangerschaften vom 18. Jahrhundert bis heute, Abi-Plakaten der Wöhlerschule als Spiegelbilder des Wandels, dem verschwundenen Gefängnis Höchst oder der Dokumentation jüdischer Mitglieder des Rudervereins Germania. Auch vier stadtteilübergreifende Themen werden bearbeitet, wie etwa Forschungen zu 120 Jahren Freikörperkultur in Frankfurt, Leben und Wirken der Familie Tesch oder der Geschichte der Punkrock-Szene der Stadt. 

"Die ehrenamtlichen Stadtteil-Historiker wollen das Vergessene und Übersehene wieder ausgraben und es würdigen. Ihre Arbeiten sind Brückenschläge zur Welt von gestern, aber mit Bedeutung für morgen. Denn sie stärken den Überlieferungszusammenhang, den gerade eine so dynamische Stadt wie Frankfurt braucht“, so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, zum Start der neuen Generation.

Die achte Generation der Stadtteil-Historiker nahm den Staffelstab ihrer Vorgänger-Generation erstmals digital entgegen. Bei ihrer Begrüßung am "Tag der Geschichte" am 16. Januar 2021 warfen Projektkoordinator Dr. Oliver Ramonat und Dr. Katharina Uhsadel, Leiterin des Projekts, einen Blick zurück auf die Projekte der siebten Generation der Stadtteil-Historiker. Die Festrede über historische Spuren in seiner Heimatstadt Frankfurt hielt der u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Frankfurter Schriftsteller Martin Mosebach.

"Die inzwischen 195 Frankfurter Stadtteil-Historiker leisten ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag zur Recherche und Sichtbarmachung der Lokalgeschichte", so Dr. Katharina Uhsadel über das Projekt, das inzwischen auch nach Wiesbaden, Darmstadt-Eberstadt, ins Ruhrgebiet und jüngst nach Bad Homburg transferiert wurde. Aus 42 Bewerbern wurden aufgrund ihrer Originalität, Qualität und Umsetzbarkeit 25 neue Frankfurter Stadtteil-Historiker-Projekte ausgewählt. Von diesem Auswahlprozess berichtete Dr. Thomas Bauer vom Institut für Stadtgeschichte Frankfurt. Er lobte die 42 eingereichten Themenvorschläge, die allesamt hätten nominiert werden können, so Bauer.

Zwei Workshops rundeten die Aufnahmezeremonie am Samstag ab. Weitere Online-Workshops und Begleitung durch die Projektleitung werden in den Folgemonaten angeboten. 

Auf der Website des Projekts finden Sie ausgewählte Forschungsergebnisse der Frankfurter Stadtteil-Historiker aller Generationen. Die Adresse lautet: www.stadtteil-historiker.de