26. September 2016.

Alumni-Musikwerkstatt: wunderbare Vielfalt

von Jens-Ekkehard Bernerth

Mit der Musikwerkstatt führte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft für ihre Stipendiaten, Alumni und Ehrenamtler ein neues Format ein. In den Räumen der Musikschule Frankfurt haben an die 43 Teilnehmer an zwei intensiven Tagen in fünf Workshops viel gelernt, geprobt, und vor allem musiziert und getanzt.


Am Ende tönte "Auld lang syne" durch die Musikschule Frankfurt. Ein schöner, erhabener Moment, der so manchen nochmal innehalten und an das Geleistete zurückdenken ließ. Allerdings lief es in der Musikwerkstatt nicht immer so besinnlich ab.

Im Gegenteil: Keine fünf Minuten zuvor donnerten Riffs von drei Gitarristen, treibendes Bassspiel zweier Bassisten und dynamisches Trommeln von zwei Schlagzeugern aus dem Bandworkshop durch die Boxen, die Teilnehmer des Beatproduction & Rap-Kurses zeigten, was man mit Sprechgesang und einer Beat-Maschine auf die Beine stellen kann, die Mitglieder der Tanzgruppe legten eine erstaunlich-filigrane und detailverliebte Darbietung aufs Parkett, und die Hör-Gruppe berichtete von ihren Erlebnissen im Schallplatten-Schneidestudio Brüggemann und im Jazzkeller Frankfurt.

Tolle Lehrer, motivierte Alumni

Allen Kursen gemein waren hervorragende, versierte Dozenten und die Freude der Teilnehmer an der Musik. Die mitwirkenden Alumni rekrutierten sich aus den verschiedenen Angeboten der Stiftung: So saßen MainCampus-Stipendiaten zusammen mit StadtteilBotschaftern, Bürgerakademikern und StadtteilHistorikern in einem musikalischen Boot.

Jeder Musikwerkstatt-Workshop hatte einen anderen Schwerpunkt: In der Beatproduction unter der Leitung von Erin Sullivan wurde die Bedienung der Sample-Maschine Akai MPC1000 vermittelt, ein eigener Text geschrieben und natürlich untermalt von der passenden Beat-Untermalung eingeübt.

Vier Akkorde für ein Halleluja

Die Band unter Leitung der Musiklehrerin und Bass-Expertin Nina Hacker hingegen schnappte sich einen Klassiker der Musikgeschichte und ein weiteres bekanntes Poplied. Der große Vorteil: Beide Lieder können mit maximal vier Akkorden gespielt werden, was trotz der Unerfahrenheit der meisten Bandmitglieder an ihren Instrumenten am Ende zu einem überzeugenden Resultat geführt hat.

Improvisation wurde beim Tanzen großgeschrieben. Choreograph und Tanzvermittler Jason A. Jacobs räumte seinen Schützlingen viel Raum im kreativen Prozess ein, was zu einem ausdrucksstarken und überraschenden Resultat führte. Gleichzeitig war es die längste Aufführung aller Workshops.

Wie kommt Musik in die Platte

Tiefgehende Einblicke gewährte das Angebot "Musik hören und präsentieren" des DJs und Radiomoderators Matthias Westerweller. In Form eines Vortrags erläuterten die Teilnehmer den übrigen Musikwerkstattbeteiligten, wie aus einem Klumpen Vinyl die Platte und vor allem die Musik in die Plattenrillen kommt, und warum die internationale Jazz-Szene gerne im Frankfurter Jazzkeller spielt, jedoch auch mit Tücken zu kämpfen hat.

Kanon zur Einstimmung

Und der Chor? Holte bei seinem Abschlusskonzert erstmal mit einem Kanon die Beteiligten von den Sitzen, um mit einer mitreißenden Popnummer stark weiterzumachen. Bei der ganzen Dynamik ließ sich Chorleiterin Lisa Ochsendorf auch nicht aus der Ruhe bringen, als ein Windstoß ihr die Notenblätter vom Klavier zu fegen drohte. Und dass der Chor nicht nur mitreißend, sondern auch schön kann, bewies er mit dem finalen "Auld lang syne", das alle Beteiligten der Musikwerkstatt mit einem zufriedenen, stolzen Gefühl ins Wochenende entließ.

Hier finden Sie die Impressionen aus der Alumni-Musikwerkstatt.

(Text: Jens-Ekkehard Bernerth, Bilder: Philip Eichler)