29. März 2021.

Aufnahme der 9. Main-Campus-Generation: Zusammenkommen und Tee trinken

von Jens-Ekkehard Bernerth

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat die neunte Generation des Main-Campus-Stipendiatenwerks aufgenommen. 31 herausragende Stipendiatinnen und Stipendiaten werden für die nächsten zwei Jahre von der Stiftung weitergebildet und gefördert.

Eine neue Main-Campus-Generation wurde aufgenommen (Symbolbild). Foto: Philip Eichler


"Ich glaube, wenn man Sie auf einer einsamen Insel absetzen würde, würden Sie sich mit Ihren vielen Fähigkeiten und mit der interdisziplinären Mischung in Ihrer Gruppe gut zurechtfinden," lobte Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, die Stipendiatinnen und Stipendiaten bei der Begrüßung der neuen Generation.

Denn Interdisziplinarität spielt eine wichtige Rolle beim Main-Campus-Programm. Biologen treffen auf Historiker, Mathematiker auf Musiker. Das macht das Main-Campus-Programm so besonders, der Blick über den Tellerrand und die daraus entstehenden neuen Perspektiven und Erkenntnisse.

Dies heben auch die Alumni des Programms wie Prof. Dr. Ulrike Basten-Wissel hervor: "Die Vielfalt der fachlichen Hintergründe sowie der individuellen Entwicklungsstände der Stipendiaten zeichnet das Main-Campus-Stipendium aus meiner Sicht besonders aus und bietet eine einmalige Chance für bereichernden Austausch", so die Professorin, die von 2017 bis 2019 im Main-Campus-Programm educator gefördert worden war und seit Oktober 2020 als Professorin für Biologische Psychologie an der Universität Koblenz-Landau lehrt.

"Freut Euch auf spannende Seminare"

Anna Schäfer, Alumna der 7. Generation des Main-Campus-doctus-Programmes, ging in ihrer kurzen Rede auf die Seminare, das "Interdisziplinäre Kolloquium" sowie die Veranstaltungen der "Betreten verboten"-Reihe ein, bei denen Orte besucht werden, die im Alltag eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind. "Freut Euch auf spannende Seminare, in denen Ihr Euch selbst und Eure Mitstipendiaten besser kennenlernen werdet, bei denen Eure Talente gefördert werden und Ihr vielleicht auch noch das ein oder andere Talent bei Euch selbst entdeckt, über dessen Existenz Ihr Euch jetzt noch gar nicht bewusst seid", so die Physikerin, die in der theoretischen Kernphysik promoviert und derzeit an der Fertigstellung ihrer Dissertation arbeitet.

Allen Main-Campus-Stipendiaten ist gemein, dass sie wissenschaftlich arbeiten und gleichzeitig gesellschaftliches Engagement und Verantwortungsbereitschaft mitbringen. Dies gilt auch für Prof. Dr. Jürgen Bereiter-Hahn. Der Polytechniker und Zellbiologe bekleidete nicht nur von 2003 bis 2006 das Amt des Vize-Präsidenten der Goethe-Universität, sondern setzte sich unter anderem auch als Ombudsmann für die Belange der Studierenden ein.  Er hielt im Rahmen der Aufnahmeveranstaltung einen Video-Vortrag über "Wissenschaft als Aufgabe und Verantwortung".

Stephan Siegler, langjähriger Stadtverordnetenvorsteher, nahm die neunte Generation in seinem Video "Die Seele Frankfurts" mit auf eine Reise durch die Entstehungsgeschichte der Main-Metropole. Denn nicht jeder Stipendiat kommt aus der hessischen Börsenstadt, weshalb der kurzweilige historische Abriss mitten aus dem Kaisersaal des Römers eine unterhaltsame und vor allem bildende Maßnahme darstellte.

"Was man nicht bespricht, bedenkt man nicht recht"

Bei einer Main-Campus-Aufnahme kommen auch die aktuellen Stipendiaten zu Wort. In einer kurzen Dankesrede ging Niklas Götz, Kernphysiker am Frankfurt Institute of Advanced Studies, auf die Auswahlgespräche ein, die im Vorfeld geführt wurden: "Mir ist die Aufnahmetagung als äußerst herausfordernde wie auch bereichernde Zeit in Erinnerung geblieben", erinnerte er sich. "Das Gutachtergremium hatte unsere Unterlagen eingehend studiert und uns auf persönlicher wie fachlicher Ebene auf Herz und Niere geprüft. Selten hatte ich Gespräche geführt, die mich so zum Nachdenken über meine Laufbahn und über meine Forschung angeregt haben wie diese. Bereits davon hatte ich profitiert, denn schon Goethe sagte ja: 'Was man nicht bespricht, bedenkt man nicht recht.'" Ein großes Lob für die Jury, der unter anderem die Polytechnikerin Frau Prof. Dr. Starzinski-Powitz und der Polytechniker Gerhard Saueracker angehören.

Tee-Probe zum Abschluss

Den Abschluss des Abends bildete eine gemeinsame Tee-Verköstigung, die vom Main-Campus-Alumnus Dr. Kai Schnorr organisiert und durchgeführt wurde. Sie war der Ersatz für den normalerweise stattfindenden Empfang nach der Aufnahmezeremonie, die Corona-bedingt leider ausfallen musste. Der guten Laune tat dies jedoch keinen Abbruch, die Stipendiaten freuen sich auf das, was kommt. Niklas Götz sagte dazu: "Ich spreche im Namen der ganzen neunten Generation, wenn ich sage, dass wir der Stiftung Polytechnische Gesellschaft im Allgemeinen und dem Auswahlgremium im Besonderen äußerst dankbar sind; nicht nur für das Stipendium, welches uns unser Studium oder unsere Forschung ermöglicht, nicht nur für die zahlreichen Möglichkeiten und Chancen, die sich im Rahmen unserer Förderung ergeben, sondern auch für das Vertrauen in und die Wertschätzung für unsere Arbeit und Persönlichkeiten. Dies motiviert und uns jeden Tag aufs Neue, unser Bestes zu geben, und ermahnt uns gleichzeitig, hierfür etwas, in welcher Form auch immer, an die Gesellschaft zurückzugeben.“

Über Main-Campus

In seiner Art ist das Main-Campus-Stipendiatenwerk ein Unikat: Als einziges akademisches Stipendiatenwerk Deutschlands fördert es ausschließlich besonders qualifizierte, leistungsstarke Nachwuchsakademiker eines einzigen Hochschulstandorts. Die Gründung von Main-Campus wurde vom früheren Präsidenten der Polytechnischen Gesellschaft e. V., dem ehemaligen Frankfurter Universitätspräsidenten Prof. Dr. Klaus Ring, angeregt. Die Auswahl der Geförderten erfolgte nach den Kriterien "wissenschaftliche Qualifikation", "Persönlichkeit" und "Übernahme von Verantwortung für das Gemeinwohl". Insgesamt werden Stipendien für folgende drei Förderlinien vergeben:

  • Main-Campus academicus für leistungsstarke Studierende im Master- bzw. Hauptstudium,
  • Main-Campus doctus für exzellente Doktoranden und
  • Main-Campus educator für junge Naturwissenschaftler und Mediziner in Erziehungsverantwortung.

Die Förderung umfasst eine wirtschaftliche Absicherung sowie die ideelle Förderung in der Main-Campus-Akademie. Ihr Ziel ist es, im polytechnischen Sinne die vielfältigen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Stipendiaten weiter zu stärken und bürgergesellschaftliches Engagement zu fördern. Aus den Mitgliederreihen der Polytechnischen Gesellschaft stehen den jungen Leuten außerdem erfahrene Begleiter zur Seite. Nach der Förderung ermöglicht das Alumni-Netzwerk die langfristige Verbindung der Stipendiaten untereinander und mit der Stiftung.

Mehr über das Main-Campus-Stipendiatenwerk erfahren Sie auf der Website des Projekts.

--

Kennen Sie bereits unseren Newsletter? Einmal pro Monat informieren wir Sie über unsere aktuellen Themen, Projekte, Termine und Aktionen der Stiftung. Sie können sich hier für den Newsletter eintragen, natürlich DSGVO-konform und kostenlos.