07. November 2016

Auftakt des Diesterweg-Stipendiums: Kinder, die in den Himmel wachsen sollen

von Jens-Ekkehard Bernerth

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde die 5. Generation des Diesterweg-Stipendiums im Saalbau Gallus aufgenommen. 32 Kinder und deren Familien sind für die kommenden zwei Jahre Stipendiaten des Familienprogramms.


Kinderlachen schallt durch den Saalbau Gallus. Wohin man sieht, überall wuseln große und kleine Kinder durch den Saal, während die Eltern an den langen Tischreihen sitzen und sich miteinander unterhalten.

Und auch ein wenig Anspannung ist zu spüren. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei der Veranstaltung im Gallus um die Aufnahme der 5. Generation des Diesterweg-Stipendiums, dem Bildungsstipendium für Familien der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Noten verbessern und Spaß haben

"Ich möchte meine Noten verbessern", erklärt Mahalet, "eine Zwei und Drei sollen künftig eine Eins sein." Doch erhoffen sich die kleinen Stipendiaten nicht nur eine Verbesserung ihrer Zensuren: "Ich freue mich sehr auf die Ausflüge zur Wegscheide, da ist es voll super, und dass ich neue Freunde kennen lerne", konstatiert die neunjährige Aster. Der zehnjährige Rodi möchte später mal Gehirnchirurg werden - und weiß, dass er dafür gute Noten braucht. Dass seine sechsjährige Schwester ebenfalls an dem Stipendium teilnehmen darf, freut ihn sehr.

Kein Nachhilfeangebot

Allerdings ist das Diesterweg-Stipendium kein Nachhilfekurs, die Erfüllungspflicht liegt nach wie vor bei den Kindern selbst und ihren Eltern. Aber: "Die Idee des Diesterweg-Stipendiums ist, die Familie als Ganzes für die Bildung zu stärken", erläutert Stiftungs-Chef Professor Dr. Roland Kaehlbrandt im Rahmen seiner Ansprache an die Stipendiatenfamilien, "wir unterstützen Sie, die Eltern und die Kinder dabei, im deutschen Bildungssystem erfolgreich zu sein. Wir zeigen Bildungsorte in Frankfurt: Bibliotheken, Volkshochschule, Museen, Schülerlabor an der Uni; wir zeigen die schöne Umgebung Frankfurts. Es gibt Ferienkurse in Deutsch, Englisch, Mathe. Und nach den zwei Jahren gibt es ein weiteres Familienprogramm für Sie." Mentoren und die Hausbesuche durch das Diesterwegteam vervollständigen die Betreuung.

Eine Chance für die Familien

Eine große Chance für alle Beteiligten, die von den Teilnehmern sehr geschätzt wird: "Wir sind aus Hamburg nach Frankfurt gekommen, und dank des Diesterweg-Stipendiums haben wir die Möglichkeit, viele wichtige Informationen über die Bildungsstätten der Stadt zu erfahren", berichtet Frau Sahan, Mama einer Diesterweg-Stipendiatin. Herr Bostanci ergänzt: "Auch für unseren Jüngsten ist das Diesterweg-Stipendium eine tolle Sache, da zum einen die ganze Familie von Mentoren betreut wird, zum anderen alle zu den Ausflügen und Kursen mitkommen können."

Auch im Saalbau Gallus sind die Schwestern und Brüder der Stipendiaten, die von ihren Lehrern für das Stipendium vorgeschlagen werden, vor Ort; sie lassen sich beim Kinderschminken aufwändig verzieren oder vom Spielpädagogen mit Gesellschaftsspielen oder Malen bestens unterhalten.

Später sitzen sie mit ihren Eltern auf ihren Plätzen, lauschen der Moderation von Projektleiterin Beate Moran, und haben sogar einen klitzekleinen Moment Ruhm, als sie mit ihrer Familie auf die Bühne geholt und dort vorgestellt werden.

32 stolze kleine Stipendiaten

Einen Diesterweg-Rucksack gibt es allerdings nur für die 32 Stipendiaten, die zum Abschluss des Bühnenprogramms mit einem pfiffigen Rap aus der Feder von Professor Ralph Abelein von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) die geladenen Gäste begeistern. Die Kinder sind sichtlich stolz darauf, Teil des Diesterweg-Stipendiums zu sein - eine besondere Ehrung, wie Professor Kaehlbrandt betont: "Stipendiat zu sein, mit neun oder zehn Jahren, das ist etwas ganz Besonderes. Das gibt es nur selten. Das ist also auch eine Ehrensache."

Gut möglich also, dass die Teilnehmer des Programms ganz nach Diesterwegs Wunsch gemäß ihren Begabungen in den Himmel wachsen werden.

Impressionen des Abends finden Sie in der Mediathek.

(Text: Jens-Ekkehard Bernerth; Foto: Dominik Buschardt)