19. Oktober 2018

Cornelia Woll erhält Alfred-Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung

von Miriam Mandryk

Die zehnte Alfred-Grosser-Gastprofessorin Cornelia Woll beschäftigt sich mit den neuen Regulierungsstrukturen im Finanzmarktsektor. Das Thema des Vortrags am 21. Januar 2019 lautet "Der Staat und die Banken im krisengeprüften Europa".

Foto: Philip Eichler/Manuel Braun/Sciences Po


Im Wintersemester 2018/2019 bekleidet Prof. Dr. Cornelia Woll die internationale Alfred-Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung an der Frankfurter Goethe-Universität. Sie ist die zehnte Persönlichkeit, die dieser Einladung nach Frankfurt gefolgt ist. Cornelia Woll ist Professorin für Politikwissenschaft an der renommierten sozialwissenschaftlichen Universität Sciences Po in Paris, wo sie am Centre d’études européennes et de politique comparée forscht und derzeit das Amt der Vizepräsidentin für Studium und akademische Angelegenheiten innehat.

Bevor sie 2006 zur Sciences Po kam, war sie als Research Fellow beim Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln beschäftigt. Im Rahmen der Grosser-Gastprofessur wird sie gemäß ihrem Forschungsschwerpunkt einen Blick auf die internationale politische Ökonomie werfen, insbesondere die Politik der Finanzmarktregulierung in Europa und die Zukunft der Europäischen Union. Bis Ende Januar finden unter anderem ein Blockseminar zur "Einführung in die soziale Konstruktion der Wirtschaftsordnung" für Studenten der Goethe-Universität und ein öffentlicher Vortrag zum Thema "Der Staat und die Banken im krisengeprüften Europa" statt. Termin dafür ist der 21. Januar 2019, 19 Uhr, Hörsaalzentrum HZ8 Campus Westend.

Das internationale Programm Alfred-Grosser-Gastprofessur für Bürgergesellschaftsforschung wurde 2009 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität angesiedelt. Namensgeber ist der 1925 in Frankfurt geborene Publizist, Politologe und Soziologe Alfred Grosser. Gestiftet wurde die Professur auf Anregung der Deutsch-Französischen Gesellschaft von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

"Dass eine deutsch-französische Wissenschaftlerin von der renommierten Pariser Sciences Po die Alfred-Grosser-Gastprofessur bekleidet, passt hervorragend zum Namensgeber der Professur, denn Alfred Grosser hat dort selbst viele Jahre unterrichtet", so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

 "Als Mitglied der Auswahlkommission für die Alfred-Grosser-Gastprofessur und als Europaforscherin freue ich mich sehr, dass Cornelia Woll unsere Einladung an die Goethe-Universität angenommen hat. In ihrer Forschung leistet sie einen herausragenden Beitrag zur vergleichenden und internationalen politischen Ökonomie. Sie hat viel diskutierte Publikationen zum Verhältnis von Privatwirtschaft und Staat vorgelegt, so etwa eine Monographie zur Bankenrettung nach der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Kern befasst sich Cornelia Woll mit den Grenzverschiebungen zwischen politischen Gestaltungsmöglichkeiten und ökonomischer Internationalisierung. Dieses Spannungsverhältnis stellt eine zentrale Herausforderung für die Demokratie dar, in Europa und weltweit. Cornelia Woll wird in ihren Vorträgen in Frankfurt Themen adressieren, die disziplinär und gesellschaftspolitisch höchst relevant sind und sicherlich auf breites Interesse stoßen", so Prof. Dr. Sandra Eckert, Inhaberin der Juniorprofessur für Politik und Europäische Mehrebenensysteme am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Frankfurter Gothe-Universität.

"Es ist mir eine große Ehre, von Alfred Grossers Heimatuniversität Sciences Po Paris an die Goethe-Universität Frankfurt und damit in seine und meine Geburtsstadt eingeladen zu werden. Uns verbinden aber nicht nur diese zwei Wirkungsorte, sondern vor allem das Bedürfnis, durch deutsch-französische Wissenschaftskooperation einen Beitrag zum Zusammenhalt der europäischen Gesellschaft zu leisten", betont Prof. Dr. Cornelia Woll.