13. Juni 2018

Der Große Diktatwettbewerb: Wenn der Kaventsmann Tikitaka spielt

von Jens-Ekkehard Bernerth

Bei einem spannenden überregionalen Finale im Goethe-Gymnasium überzeugte Hamburg mit einer starken Leistung. Einem Schüler gelang sogar die Titelverteidigung.

Foto: Dominik Buschardt


Der Gesamtsieger des sechsten überregionalen Finales des Großen Diktatwettbewerbs im Goethe-Gymnasium kommt aus Hamburg und heißt Andreas Klik.

Der Lehrer, der an der Beruflichen Schule für Spedition, Logistik & Verkehr unterrichtet, war mit drei Fehlern nicht nur der Beste in seiner Rubrik, sondern auch der Führende des Gesamtklassements.

Ihm dicht auf den Fersen war Joachim Schieb vom Franziskanergymnasium Kreuzburg aus Großkrotzenburg im Main-Kinzig-Kreis. 2017 war er einer der drei Gesamtsieger, in diesem Jahr musste er sich mit vier Fehlern mit dem zweiten Platz begnügen. Eine starke Leistung lieferte auch Adelheid Goderbauer vom Hans-Carossa-Gymnasium aus Landshut ab. Mit fünf Fehlern holte sich die Gewinnerin des Diktatwettbewerbs auf der Buchmesse 2017 den dritten Platz in der Kategorie Lehrer. Besser schnitt ihr mitgereister Schüler Lukas Geßl ab. Der Bayer teilte sich mit dem Hanseaten Paul Rohwedder von der Wichern-Schule aus Hamburg den ersten Platz. Beide hatten sieben Fehler im Diktat. Rohwedder ist Wiederholungstäter, der Hamburger holte sich schon im letzten Jahr – ebenfalls mit sieben Fehlern - den Sieg in der Kategorie Schüler und konnte in diesem Jahr an die starke Leistung des Vorjahres anknüpfen und somit seinen Titel verteidigen. Allerdings dürfte es im nächsten Jahr vermutlich nicht für das Triple reichen, Paul schreibt derzeit sein Abitur.

Drei Damen, drei Erstplatzierte

Einen Fehler weniger hatten Heike Haug von der Bettinaschule in Frankfurt, Ute Stork vom Gymnasium Ohlstedt in Hamburg und Martina Zietz vom Gymnasium Bondenwald, ebenfalls in Hamburg. Mit jeweils sechs Fehlern teilten sich die drei Damen den Sieg in der Kategorie Eltern.

Besser schnitten noch die Sieger in den Kategorien Publikum und Uni ab: Dr. Monika Großpietsch vom Verband der freien Lektorinnen und Lektoren und Ulf Meyer von Continental Teves AG & Co. oHG, der unter dem Banner Team IHK mitgeschrieben und zuvor bei Die Wirtschaft schreibt! gewonnen hat, erzielten jeweils vier Fehler. Frau Dr. Großpietsch war letztes Jahr ebenfalls eine der Gesamtsiegerinnen.

280 Teilnehmer in der Aula

Insgesamt nahmen am Finale 280 Teilnehmer aus zehn Standorten teil. Die durchschnittliche Fehlerzahl lag bei 17,6 Fehlern, im Vorjahr betrug sie 17,3 Fehler. Am besten schnitt das Uni-Team ab: Hier betrug die durchschnittliche Fehlerzahl  nur 9,9.

Der 191 Wörter-starke Text beinhaltete 51 Hürden, ungefähr jedes vierte Wort stellte die Schreiber vor eine kleine oder große Herausforderung – etwa "Pep" oder "D-Zug-artig".

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, freute sich über das spannende Finale: „Unser Diktat war wieder Sprachsport auf Hochleistungsniveau. Ein Ansporn für unsere Sprachkultur“, so der Stiftungschef.

Das sind die Gewinner des Finales des Großen Diktatwettbewerbs 2018. Ein Bild finden Sie unterhalb:

Schüler

1. Platz: Lukas Geßl, Hans-Carossa-Gymnasium, Landshut - 7 Fehler
1. Platz: Paul Rohwedder, Wichern-Schule, Hamburg - 7 Fehler
2. Platz: Matilda Rürup, Marienschule Münster, Münster - 9 Fehler
2. Platz: Maria Kahl, Marienschule Münster, Münster - 9 Fehler
2. Platz: Anna Riga, Gymnasium Saarburg, Saarburg - 9 Fehler
2. Platz: Lennart Hauff, Berufliche Schule für Spedition, Logistik & Verkehr, Hamburg - 9 Fehler
3. Platz: Hannah Leinweber, Wilhelm-von-Oranien-Schule, Dillenburg - 10 Fehler

Lehrer

1. Platz: Andreas Klik, Berufliche Schule für Spedition, Logistik & Verkehr, Hamburg - 3 Fehler*
2. Platz: Joachim Schieb, Franziskanergymnasium Kreuzburg, Großkrotzenburg, Main-Kinzig-Kreis - 4 Fehler
3. Platz: Adelheid Goderbauer, Hans-Carossa-Gymnasium, Landshut - 5 Fehler 
3. Platz: Dr. Jens Kreutzer, Goethe Gymnasium, Frankfurt - 5 Fehler

Eltern

1. Platz: Heike Haug, Bettinaschule, Frankfurt am Main - 6 Fehler
1. Platz: Ute Stork, Gymnasium Ohlstedt, Hamburg - 6 Fehler
1. Platz: Martina Zietz, Gymnasium Bondenwald, Hamburg - 6 Fehler
2. Platz: Julia Breitenöder, Ziehenschule, Frankfurt am Main - 7 Fehler
3. Platz: Martina Hans, Gymnasium Saarburg, Trier - 8 Fehler
3. Platz: Dr. Annette Gabriel, Gymnasium Paulinum, Münster - 8 Fehler
3. Platz: Heiner Reinartz, Gymnasium Paulinum, Münster - 8 Fehler
3. Platz: Almut Basilowski, Viktoriaschule, Darmstadt - 8 Fehler

Publikum

1. Platz: Ulf Meyer, Mitarbeiter von Continental Teves AG & Co. oHG
unter Banner Team IHK - 4 Fehler
1. Platz: Dr. Monika Großpietsch, Verband der freien Lektorinnen und
Lektoren - 4 Fehler

Uni-Team

1. Platz: Klaus Grommet - Goethe-Universität - 5 Fehler

* Gesamtsieger

Das Diktat zum Nachlesen

Eklat am Spielfeldrand

Die Fußballsympathisanten, die eingangs noch als unprätentiöse Gruppe daherkamen, scharten sich um den wutschäumenden Hitzkopf an der Seitenauslinie. Wild drauflosschimpfend hielt der Rädelsführer ein höchst achtunggebietendes Plädoyer für das Vor-die-Tür-Setzen des Trainers. Nicht nur, dass sich die Offensive seit dem Meniskusriss des athletischen Zehners zur Achillesferse des Teams entwickelt habe, auch das kopflose Nach-vorn-Spielen aufs Geratewohl sei sinn- und zwecklos. Das Dribbelspiel beim Tikitaka/Tiki-Taka sei ohne jeden Pep.

Darüber hinaus sei der neue Außenverteidiger zwar ein echter Kaventsmann, in der Defensive aber phlegmatisch. Auch die Zwei-zu-eins-Niederlage gegen den vorher dreimal punktlosen Tabellenelften zeuge vom zurzeit dilettantischen Niveau. Zweifelsohne sei der rückgratlose Coach schuld. Bloß um keine Zwietracht zu säen, lasse er jeden Einzelnen auf das Grün. „Wenn wir die Nummer eins sein wollen, muss das Spiel mutig attackierend und vorwärtsgerichtet sein, Punktum!“, zeterte der Neunmalkluge freiheraus.

Der Trainer hatte die gesamte Tirade mitgehört und schien Ernst zu machen. „Zeigen Sie doch, was Sie draufhaben. Damit es ab nächstem Samstagnachmittag wieder rundläuft, coachen Sie dann ab morgen das Team!“ Auf einmal machte sich der Wichtigtuer D-Zug-artig von dannen. So schnell war auf diesem Exerzierplatz definitiv noch kein Einziger gesprintet.