19. Juni 2017

Deutscher StiftungsTag 2017: Stelldichein der Stiftungswelt

von unserer Gastautorin

Einmal im Jahr findet der Deutsche StiftungsTag statt. 2017 fand Europas größter Stiftungskongress in Osnabrück abgehalten. Johanna von der Heydt, Alumna der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, berichtet von ihren Erlebnissen vor Ort.

Johanna von der Heydt (Mitte) und Dr. Tina Kühr (rechts) im Gespräch. (Foto: David Außerhofer)


"Von welcher Stiftung kommen Sie denn?", werde ich am Stehtisch bei der Begrüßungsveranstaltung für Stipendiaten gefragt. Keine zwei Minuten später bin ich in ein spannendes Gespräch mit drei Stipendiaten verschiedener Stiftungen vertieft. Wir unterhalten uns angeregt über Projekte, die zur Integration von Flüchtlingen beitragen.

Neben mir sind vier weitere Alumni und Stipendiaten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft auf der Veranstaltung. Für uns ist es der Auftakt zum Deutschen StiftungsTag, der jährlich vom Bundesverband Deutscher Stiftungen veranstaltet wird. Vom 17. bis 19. Mai ist Osnabrück - bekannt als die Stadt des Westfälischen Friedens - die Kulisse für Europas größten Stiftungskongress. Hier treffen sich Stifterinnen und Stifter, Vorstände, Stiftungsmitarbeiter sowie Entscheidungsträger aus Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Darunter mischen sich Alumni und Stipendiaten, die von ihren Stiftungen die Möglichkeit erhalten, die zahlreichen Workshops zu besuchen und mit der Stiftungswelt in Kontakt zu kommen.

Bunter Veranstaltungsmix

Nach der ersten Kontaktaufnahme schwärmen wir zu den Veranstaltungen unserer Wahl aus. Es finden bis zu zehn Veranstaltungen parallel statt, die jeweils circa 90 Minuten dauern. Sie zahlen vor allem auf den thematischen Schwerpunkt "Bildung" ein, berücksichtigen aber auch Themen zum Stiftungsmanagement. Es ist unverkennbar, dass sich ein Großteil der Kongressteilnehmer untereinander kennt. Doch schon am Mittag stelle ich fest: Trotz starker Netzwerkstrukturen sind alle offen für neue Kontakte. Es ist leicht, mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich über die Arbeit ihrer Stiftung oder ihre Biografien zu unterhalten.

Feierliche Preisverleihung

Am Abend findet die feierliche Eröffnung des Deutschen StiftungsTages sowie die Verleihung des Deutschen Stifterpreises in verschiedenen Kategorien statt. Nach einem vollen Tagesprogramm lassen wir schließlich den Abend gemeinsam beim Essen ausklingen. Unsere Erfahrungen und Erlebnisse teilen wir mit Dr. Tina Kühr, die die Organisation unserer Reise und die Begleitung vor Ort übernommen hat

Am nächsten Tag lerne ich eine spannende Stifterin aus Frankfurt kennen, die mir einen sympathischen und authentischen Einblick in ihre Arbeit und Motivation schenkt. Darüber hinaus gewinne ich die Erkenntnis, dass die Stiftungswelt vor anderen Herausforderungen steht als beispielsweise Akteure der Wirtschaft: Kooperationen sind keine Selbstverständlichkeit! Und so werden die Triebe der Zusammenarbeit zwischen einzelnen Stiftungen gehegt und gepflegt.

Dialog der Stiftungen

Während die einen im Hotel am frühen Abend pausieren, tanzen sich die anderen bereits für den "Dialog der Stiftungen" warm. Bei der großen Abendveranstaltung genießen wir kulinarische Köstlichkeiten und treffen uns auf der Tanzfläche wieder.

Am letzten Tag stellen die Stiftungen vor Ort ihr Bildungswirken in der Region vor. Dieses abschließende Format gehört zu einer der Neuerungen im Programm. Hier wird beispielsweise auch Der große Diktatwettbewerb der Stiftung Polytechnische Gesellschaft vorgestellt, der in der Region von der Friedel & Giesela Bohnenkamp-Stiftung durchgeführt wird.

Gegen Mittag treten wir schließlich gemeinsam die Rückreise nach Frankfurt an. Erschöpft, aber sehr zufrieden halten wir im Zug gemeinsam fest: Die Teilnahme am Deutschen StiftungsTag hat uns alle um Kontakte, Projektideen und Erfahrungen reicher gemacht und ist für Alumni und Stipendiaten der Stiftung Polytechnischen Gesellschaft unbedingt weiterzuempfehlen!

(Text: Johanna von der Heydt, Foto: David Außerhofer)

Über die Autorin

Johanna von der Heydt (31) ist BürgerAkademikerin des fünften Jahrgangs 2016/2017. Sie wurde für ihr ehrenamtliches Engagement in der Online-Seelsorge der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter in das Programm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft aufgenommen. (Foto: Jürgen Lecher)