27. Juli 2018

Deutscher Stiftungstag in Nürnberg: Roboter und Tango

von unserem Gastautor

Was haben Fairtrade-Macadamien, Künstliche Intelligenz, Tango, Roboter und digitale Menschenrechte gemeinsam? Das alles waren Themen auf dem diesjährigen Deutschen Stiftungstag in Nürnberg, der sich entgegen des Namens über drei Tage erstreckte. Der Fokus lag dieses Mal auf dem Thema Digitalisierung.

Foto: David Außerhofer


Als ich zusammen mit fünf anderen Stipendiaten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft eingeladen wurde, den Deutschen Stiftungstag zu besuchen, konnte ich mir erstmal schlecht vorstellen, wie genau der größte Stiftungskonvent Europas ablaufen würde. Eine Internetrecherche ergab: 2000 Teilnehmer aus großen und kleinen Stiftungen Deutschlands, vielfältige Angebote zu allen Bereichen der Stiftungsarbeit und noch einiges mehr würden mich also erwarten. Aber wie die Stimmung tatsächlich sein würde, verriet die Recherche nicht.

Das änderte sich, als wir von Michael Göring begrüßt wurden. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand und einem sympathischen Lächeln auf dem Gesicht nahm sich der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der deutschen Stiftungen Zeit, uns zu begrüßen und in den Stiftungstag einzuführen. Das Bild des von seiner Arbeit überzeugten und auch sehr menschlichen Stifters sollte sich im Laufe der Tage noch häufig bestätigen.

Das Thema des diesjährigen Stiftungstags lautete Digitalisierung. Von einer eigenen Teilnehmer-App über einen kleinen weißen Roboter bis hin zu Workshops zum Thema Datenverarbeitung war für alle Interessen etwas geboten. 

Neben dem großen Festakt und anderen gemeinsamen Veranstaltungen gab es viele Phasen, in denen man sich selbst aussuchen konnte, welche Veranstaltungen man besucht. Die digitale Ausstellung des Städel.-Museums Frankfurt hat sich vorgestellt, eine sehr gelungene Arbeit; eine Organisation für Fairtrade-Macadamien aus Kenia hat von ihrer Arbeit und über gemeinwohlorientierte Wirtschaft gesprochen; und mithilfe von Experten aus allen Bereichen der Diskussion und Unterstützung der ZEIT Stiftung wurde eine digitale Menschenrechts-Charta für die EU vorgestellt. 

Am Ende des zweiten Tages kam der Tango- und Tanzworkshop und die anschließende Feier. Falls ich bis zu diesem Zeitpunkt noch Zweifel gehabt hätte, dass es sich bei den Stiftenden aus diversen Feldern um sympathische Menschen handelt, wären diese nun endgültig verschwunden.

Am nächsten Tag saß ich mit den anderen im Zug nach Frankfurt und dachte nochmal darüber nach, was uns der Stiftungstag alles gebracht hat: Einen tiefen Einblick in die Arbeit und Welt der deutschen Stiftungslandschaft, Vernetzung mit spannenden Persönlichkeiten, die wir sonst wohl nicht getroffen hätten und Wissen aus den interessanten Veranstaltungen. Das war aber nicht alles. Auch hatte ich die Chance, meine Mitreisenden vom Kolleg für junge Talente, den Stadtteil-Botschaftern und dem Main-Campus-Stipendium näher kennenzulernen.

Wir sind alle sehr dankbar, dass uns die Stiftung Polytechnische Gesellschaft diese einmalige Chance gegeben hat.

Ach, ganz vergessen: Es gab einen Massagestand! Jede Veranstaltung bräuchte einen Massagestand!

Text: Luca Neuperti