05. März 2020.

Deutschland schreibt!: Finalergebnisse von Frankfurt, Wiesbaden und Hamburg

von Jens-Ekkehard Bernerth

Drei regionale Finals wurden in den letzten Wochen im Rahmen von Deutschland schreibt! absolviert. In Hamburg, Wiesbaden und jüngst Frankfurt wurden jeweils die stadtbesten Rechtschreibchampions ausgezeichnet. Das beste Ergebnis erzielte dabei eine Frankfurterin. 

Foto: Dominik Buschardt


Mit gerade mal zwei Fehlern holte sich Julia Breitenöder bei Frankfurt schreibt! 2020 den Gesamtsieg der Veranstaltung. Frau Breitenöder, die in der Kategorie Eltern für die Ziehenschule antrat, ist eine Serientäterin: Bereits in den Vorjahren war die Frankfurterin regelmäßig auf den vorderen Plätzen unterwegs. Die beste Lehrerin kam ebenfalls von der Ziehenschule. Andrea Jensen sicherte sich mit drei Fehlern den Sieg in ihrer Kategorie.

Auch Abel Muñoz Röcken vom Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ist ein alter Bekannter des Rechtschreibwettbewerbs. Der Schüler konnte schon zahlreiche Siege beim regionalen und überregionalen Wettbewerb einheimsen, auch 2020 führte er mit sechs Fehlern die Platzierung in der Kategorie Schüler an. Sein Kumpel Vincent Börsch-Supan belegte einmal mehr den zweiten Platz. 

Am erfolgreichsten schnitt beim Frankfurter Finale die Gruppe der Lehrkräfte ab. Sie erzielte durchschnittlich 9,5 Fehler, gefolgt von den Eltern mit 10,5 und den Schülern mit 17,1 Fehlern.

Beim Schreiben des 1.524 Zeichen umfassenden Wettbewerbstextes, der sich um den Frankfurter Jahrmarkt "Dippemess" drehte, mussten die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleichermaßen grübeln: Die Frage nach der richtigen Schreibweise von Wörtern wie "Gokart-Rallye" oder "schwuppdiwupp" brachte die Schreibenden zum Teil ins Schwitzen. Etwa jedes vierte Wort im Text war eine orthografische Hürde. Die besten Texte wurden von einer 18-köpfigen Expertenjury kontrolliert. Moderiert wurde der diesjährige Lokalentscheid von Moritz Wagner, ehemaliger Stadtteil-Botschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Den Text las Volker Northoff, einer der überregionalen Gewinner 2019 in der Kategorie Eltern. Während der Juryzeit feierte eine spannende Begriffsklärung inklusive Publikumsquiz Premiere. Im Anschluss sorgte der Frankfurter Rapper Rico Montero von Heartbeat Edutainment für Herzklopfen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die Gewinner.

Emotionale Statistik in Wiesbaden

Mathematisch-komplex, und trotzdem sehr emotional, ging es in Wiesbaden zur Sache. Denn der Text der fünften Auflage des Rechtschreibwettbewerbs in der hessischen Landeshauptstadt drehte sich rund um das Analysieren von Daten. In Wiesbaden ist das Statistische Bundesamt beheimatet, die "deutscheste aller deutschen Behörden". Dementsprechend mussten die 100 anwesenden Lehrer, Schüler und Eltern Hürden wie "zwei Komma zwei", "nullachtfünzehn" oder "BIP" in der Aula der Oranienschule meistern. 

Die durchschnittliche Fehlerzahl lag mit 22,6 höher als in den Vorjahren. Der beste Schreiber allerdings war ein Lehrer von der gastgebenden Schule: Frank Nöllenburg hatte nur zwölf Fehler.

Die Lehrer waren es auch, die im Durchschnitt am wenigsten Fehler machten – gerade mal 17,2. Knapp dahinter landete die Kategorie der Eltern mit 19,1. Die Publikumskategorie, die sich aus Lesern, Vertretern der Unterstützer Sparkassenversicherung und Naspa sowie des Ausrichters Wiesbadener Kurier zusammensetzte, kam auf durchschnittlich 21,2 Fehler. Schlusslicht bildeten in diesem Jahr die Schüler mit durchschnittlich 32,1 Fehlern pro Text.

"Public-private-Partnerships" in Hamburg

In der Hansestadt Hamburg schrieben Mitte Februar 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 20 Schulen einen kniffligen Text. In der Aula des Kurt-Körber-Gymnasiums in Hamburg-Billstedt stellten "Public-private-Partnerships" oder "Mekka" die Rechtschreibkenntnisse auf die Probe. Lehrerin Elisabeth Greef vom Gymnasium Bornbrook ließ sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und holte mit 4 Fehlern den Gesamtsieg. Die beste Schülerin war Friederike Soppe vom Johanneum mit 12 Fehlern, bei den Eltern holte sich Thomas Meeder vom Gymnasium Alstertal mit 10 Fehlern den Kategoriensieg. Der Show-Teil der Veranstaltung bestand aus einem Auftritt des Hannoveraner Linguisten Dr. François Conrad mit seinem Science Slam "Warum klingt das Deutsche so schön (hart)?" sowie dem musikalischen Beitrag des Hamburger Freestyle Rappers AJ aka Redchild. Interessant: Wie auch in Frankfurt waren die Lehrer mit einer durchschnittlichen Fehlerzahl von 16 die besten im Teilnehmerfeld. 

Die Gewinner der Lokalwettbewerbe fahren zum Deutschland schreibt!-Finale, das am 16. Juni in Frankfurt stattfinden wird. Dort treffen sie auf die Champions der Rechtschreibwettbewerbe in Eisenach-Thüringen, Rheinbach, Trier, im Main-Kinzig-Kreis sowie teilnehmenden Schulen aus unter anderem Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. In Trier wird am 12. März um die Wette geschrieben, in Rheinbach am 16. März. Im Main-Kinzig-Kreis findet die Veranstaltung am 5. Mai statt, in Eisenach-Thüringen am 13. Mai.

Alle Sieger sowie die Details zum jeweiligen Wettbewerb finden Sie auf der Website https://www.deutschland-schreibt.de/. Dort können Sie auch Ihre Rechtschreibfähigkeiten testen und Übungen machen.