02. Juli 2020.

Deutschsommer 2020 startet am 6. Juli

von Karoline Leibfried

Am Montag, 6. Juli 2020, werden 75 Grundschüler aus insgesamt 34 Grundschulen sowie 15 Pädagogen in den Frankfurter Deutschsommer 2020 starten. Das Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft fördert Kinder mit erhöhtem Sprachförderbedarf vor dem Übergang in die wegweisende vierte Klasse. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und ihre Projektpartner, die Stadt Frankfurt am Main sowie das Hessische Kultusministerium, haben gemeinsam intensiv nach Möglichkeiten gesucht, um den Deutschsommer trotz der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen möglich zu machen.

Ein Deutschsommer-Kind (Archivbild). Foto: Dominik Buschardt.


"Gerade jetzt ist der Bedarf der Kinder im Bereich Sprachförderung – aufgrund der zeitweiligen Schulschließungen – besonders hoch. Daher haben wir gemeinsam einen Weg gefunden, um das Programm auch 2020 möglich zu machen. Der Deutschsommer findet in diesem Jahr anders statt, als wir alle es gewohnt sind. Das Entscheidende ist aber: Er wird stattfinden", sagt Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Deutschsommer 2020 berücksichtigt alle nötigen gesundheitlichen Vorkehrungen

In sorgfältigen Absprachen der Stiftung mit dem Hessischen Kultusministerium, dem Staatlichem Schulamt Frankfurt, dem Frankfurter Dezernat für Integration und Bildung sowie mit Schulleitungen wurde für die Durchführung in 2020 ein zweiwöchiger Deutschsommer konzipiert, der alle nötigen gesundheitlichen Vorkehrungen berücksichtigt. Er wird diesmal in den ersten zwei Wochen der hessischen Sommerferien, vom 6. bis 17. Juli 2020, und rein innerstädtisch an fünf Frankfurter Schulen stattfinden. Die Kinder werden pro Standort in einer Kleingruppe von je 15 Schülerinnen und Schülern von jeweils einem Pädagogen-Tridem betreut. Das Angebot geht täglich von 8.15-13 Uhr, es finden pro Tag jeweils 1,5 Stunden Deutsch- und 1,5 Stunden Theaterunterricht im Tandem statt.

An der Frankfurter Uhlandschule, der Münzenbergschule und der Eichendorffschule beschäftigen sich die Gruppen mit dem Kinderbuchklassiker Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren. An der Konrad-Haenisch-Schule und der Hellerhofschule erleben Schüler aus Intensivklassen, die erst seit kurzem in Deutschland leben, den Deutschsommer, und lesen gemeinsam Rosie und Moussa von Michael De Cock. Finanziert werden zwei der insgesamt fünf Deutschsommer-Gruppen vom Dezernat für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main.

"Fehlende Sprachkenntnisse machen Homeschooling nicht gerade einfacher"

„Ich bin sehr froh, dass wir an zwei Standorten auch Kindern aus Intensivklassen mit dem Deutschsommer ein Angebot machen können. Sie haben durch die Pandemiesituation unter gleich mehrfachen Benachteiligungen gelitten“, sagt Sylvia Weber, Frankfurts Dezernentin für Integration und Bildung. „Fehlende Sprachkenntnisse machen Homeschooling nicht gerade einfacher. Und oft kommen noch eine schlechte Lernumgebung und eine mangelnde technische Ausstattung hinzu.“ Hier gelte es nun, nicht nur die entstandenen Defizite aufzufangen, sondern oft auch, wieder Lust und Motivation zum Lernen zu fördern, so die Stadträtin.

Diesmal wird – anders als sonst – zum Abschluss des Deutschsommers kein gemeinsam einstudiertes Theaterstück aufgeführt werden; stattdessen drehen die Kinder und Pädagogen in ihrer jeweiligen Gruppe einen Film, den sie sich am letzten Tag gemeinsam in einem „Klassenkino“ anschauen. Anstelle von gemeinsamen Ausflügen werden den teilnehmenden Kindern „Heimspiele“ angeboten: kreativitäts- und sprachfördernde, freiwillige Aufgaben, die sie nachmittags zu Hause lösen können – und dafür zum Beispiel auf eigene Faust ihren Stadtteil erforschen. In ihren Gruppenräumen können die Kinder dafür ausgehängte Stadtteilpläne mit ihren Heimspiel-Lösungen füllen. Am Ende entsteht so eine Collage, durch die alle mehr über ihren Stadtteil lernen.

Zudem bekommt jedes Kind zu Beginn des Deutschsommers ein Tagebuch, das es während der zwei Wochen frei gestalten kann – ob dort z. B. Lieblings-Arbeitsblätter aus dem Deutschsommer oder Heimspiel-Lösungen eingeklebt werden, gemalt und geschrieben wird, bleibt jedem Kind selbst überlassen. Am Ende entsteht so eine ganz persönliche Dokumentation des Deutschsommers. Während des Deutschsommers können die Kinder, Eltern und Pädagogen über einen Messenger-Dienst miteinander kommunizieren.

Über das Projekt Deutschsommer

Der Frankfurter Deutschsommer ist ein Projekt der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, dem Dezernat für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main, der Volkshochschule Frankfurt am Main, dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und dem Stadtschulamt. Unterstützt wird das Programm zudem von der Erhard Kunert-Stiftung, der DZ Bank Stiftung, der Union Investment Stiftung, dem Jugendherbergswerk-Landesverband Hessen e. V. und der Rechtsanwalts- & Steuerberatungsgesellschaft Sterlepper. Der Deutschsommer in der Stadt für Schüler aus Intensivklassen wird nun bereits im fünften Jahr vom Dezernat für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main finanziert.