10. Oktober 2017

DeutschSommer in der Stadt: Vergnügliches Theaterfest

von Jens-Ekkehard Bernerth

Mit viel Begeisterung und Charme haben die DeutschSommer-Kinder am Donnerstagabend in der Textorschule vor Bildungsdezernentin Sylvia Weber und rund 120 Gästen ihr einstudiertes Theaterstück frei nach "Rosie und Moussa" vorgetragen. Das Publikum zeigte sich verzückt.

Foto: Philip Eichler


"Guuuuut, alles hat mir gefallen", betont die achtjährige Emilia. Sie und ihre Mutter Anja gehören zu den Gästen, die soeben die Theateraufführung der DeutschSommer-Kinder in der Textorschule gesehen haben. "Es war sehr süß, erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass die Kinder das so locker rüberbringen vor Publikum. Sehr rührend und frisch", lobt Mutter Anja S. die Leistung der Kinder. Birgit M., die ebenfalls mit ihren Kindern zur Aufführung gekommen ist, pflichtet ihr bei: "Es hat uns sehr gut gefallen. Die Interaktion der Kinder untereinander war toll. Am Schönsten finde ich die Idee, dass es den DeutschSommer gibt und dass die Kinder nicht nur Wörter lernen, sondern in Verbindung mit Bewegung und Musik die Möglichkeit haben, mit Spaß kombiniert die Sprache zu lernen. Das gefällt mir sehr gut. Bisher kannte ich den DeutschSommer gar nicht."

Tatsächlich haben die sechs DeutschSommer-Kinder, die eine rund halbstündige Theaterperformance vor den Eltern auf das Turnhallenparkett gelegt haben, Erstaunliches geleistet: "Es war eine halbe Stunde vor der Aufführung erst klar, dass weitere DeutschSommer-Kinder, die mitspielen sollten, nicht kommen können. Dementsprechend mussten wir Anpassungen vornehmen. Die Kinder haben ein großes Improvisationstalent an den Tag gelegt", freut sich Pädagogin Dixie-Marie Blank, "sie haben so viel Mut bewiesen, ich bin total stolz auf sie." Fachberater für Theaterpädagogik Nikolas Hamm vom DeutschSommer-Team zeigt sich ebenfalls sichtlich stolz auf seine Schützlinge: "Wir haben unter schwierigen Bedingungen diese kleine Show klasse auf die Bühne gebracht."

Musik und Schauspiel

Den Gästen, bestehend aus vielen Eltern und Kindern der Textorschule, Familien der DeutschSommer-Kinder, Bildungsdezernentin Sylvia Weber und der Schulleitung der Textorschule, wurde eine abwechslungsreiche Aufführung geboten: Zuerst wirbelten Rahida und Mutha mit viel Bewegung über die Bühne, musikalische Einlagen am Xylophon und sogar Improvisation inklusive. Im Anschluss stellten die DeutschSommer-Kinder verschiedene Szenen aus dem Kinderbuch "Rosie und Moussa" von Michael de Cock nach, das die Themen Ankommen in der Stadt, Integration, Freundschaft und Kindheit als Leitthemen hat, die auch im DeutschSommer eine große Rolle spielen. Das Mitmachlied "Körperteile-Blues", bei dem die Gäste munter partizipierten, beendete schließlich den Auftritt.

Lob der Bildungsdezernentin

Bildungsdezernentin Sylvia Weber war nach der Aufführung voll des Lobes für die kleinen Schauspieler: "Es hat mir sehr gut gefallen. Vor allem konnte man gut sehen, was die Kinder für Fortschritte gemacht haben. Die Bilanz des DeutschSommers zeigt auch, dass das Programm für die Kinder sehr hilfreich ist: Sie haben nicht nur Deutsch gelernt, sondern Vertrauen und Selbstbewusstsein gewonnen. Man hat, wie ich finde, den Kindern angemerkt, dass sie sich wohlfühlen in ihrer Haut und das gerne präsentieren."

Schulleiterin Tamara Neckermann von der Textorschule zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Kinder: "Es hat mir sehr gut gefallen, auch, wie die Textorkinder aufmerksam dem Spiel zugesehen haben und gespannt waren auf das, was da nun vorgeführt wird. Ich glaube, das Projekt ist nun auch in der Schulgemeinde angekommen. Die Botschaft, dass die DeutschSommer-Kinder ihr Theaterstück extra für die Textorschüler aufgeführt haben, ist toll."

"Froh, dass es vorbei ist"

Und was sagen die kleinen Schauspieler zu ihrem triumphalen Erfolg? "Ich bin froh, dass es vorbei ist", freut sich die neunjährige Saima. Sie erklärt: "Es war schwer, wir haben ja Sachen spielen müssen, die eigentlich eine andere Gruppe eingeübt hat. Teile der Aufführung kannten wir zuvor also gar nicht."

Dem Publikum dürfte das allerdings gar nicht aufgefallen sein.

Schöne Entwicklung

Beim DeutschSommer in der Stadt lernen Dritt- und Viertklässler aus Frankfurter Intensivklassen spielerisch Deutsch. Im Gegensatz zu den drei weiteren DeutschSommer-Standorten in Bad Orb, Schmitten-Oberreifenberg und Wetzlar sind beim DeutschSommer in der Stadt nur Schülerinnen und Schüler aus Intensivklassen dabei, jedoch mit demselben Ziel: "Das Ziel des DeutschSommers ist es, das Sprachverhalten und -verständnis der Kinder zu verbessern. Es ist sehr erfreulich, dass nach dem DeutschSommer insbesondere beim Satzbau aber auch beim Wortschatz große Lernfortschritte nachgewiesen werden können und das Projekt darüber hinaus auch die Leselust der Kinder weckt und das Selbstbewusstsein steigert“, so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt.

Erhoben werden diese Daten anhand eines Sprachtests, den die Kinder sowohl zu Beginn, als auch nach Ablauf der dreiwöchigen Sprachförderferien durchführen. Demnach erreichten in der Kategorie "Satzbau" 50 Prozent der Kinder vor dem DeutschSommer null bis neun von maximal 30 Punkten. Nach dem DeutschSommer erzielten 75 Prozent der Kinder 20 bis 30 Punkte und befanden sich damit im stärksten Drittel.

Auch ihren Wortschatz konnten die Kinder während des DeutschSommers deutlich erweitern: Nach den drei Wochen erreichten 86 Prozent der Kinder mit 20 bis 30 Punkten das stärkste Drittel.