09. Oktober 2020.

Die Deutschsommer-Generationenumfrage 2020: "Durch euch habe ich lesen gelernt"

von Jens-Ekkehard Bernerth

Seit 2007 führt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft den Deutschsommer durch. Schülerinnen und Schüler der ersten Jahre, die damals als Drittklässler am Förderprojekt teilgenommen haben, sind inzwischen an weiterführenden Schulen unterwegs, haben eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen oder studieren. Höchste Zeit also um nachzuhorchen, was aus unseren Deutschsommer-Kindern geworden ist.

Ein Deutschsommer-Kind des Jahres 2019 (Archivbild). Foto: Philip Eichler


2020 wurde zum zweiten Mal nach 2015 eine groß angelegte Generationenumfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Der Deutschsommer wirkt - nachhaltig und für viele Jahre, mit wunderbaren Auswirkungen auf das Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Insgesamt 236 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nahmen an der Umfrage teil. Der Altersdurchschnitt liegt bei 14 Jahren. Auffällig ist, dass den ehemaligen Deutschsommer-Kindern vor allem das Theaterspiel in guter Erinnerung geblieben ist. 68 Prozent erinnern sich gern an das kreative Spiel, 62 Prozent hatten besonders viel Spaß daran.

An zweiter Stelle der positiven Erinnerungen steht das Freizeitangebot, immerhin 42 Prozent verknüpfen mit dem Deutschsommer auch den Deutschunterricht, der 26 Prozent der Befragten besonders viel Spaß gemacht hat. Ein Kind sagte dazu passend: "Mir hat alles sehr gut gefallen, aber am meisten das Theater, da ich schon immer interessiert war schauzuspielen; Der Deutschunterricht hat mir auch gefallen, da er nicht so wie in der Schule ist; wir haben Bücher gelesen, Arbeitsblätter bearbeitet, auf einer witzigen Art und Weise Sachen erklärt bekommen und und und...."

»Durch euch habe ich lesen gelernt. Danke!!!«

Doch hat der Deutschsommer den ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur Spaß und schöne Eindrücke beschert, in erster Linie hat er Wirkung gezeigt: 88 Prozent gaben an, dass die Lerninhalte des Deutschsommers in der Schule weitergeholfen haben. Vor allem der Deutschunterricht liegt hier mit 81 Prozent weit vorne. Die sprachliche Verbesserung hoben 88 Prozent der Befragten hervor. Eine nicht minder positive Wirkung war die Stärkung des Selbstbewusstseins bei 84 Prozent der Deutschsommer-Alumni. Erwähnenswert sind ferner die Verbesserung der Schulnoten nach der Teilnahme des Deutschsommers bei 75 Prozent der Befragten, denn immerhin 81 Prozent strengten sich nach dem Deutschsommer in der Schule stärker an.

»Das war eines der besten Erlebnisse meiner Kindheit und ich denke auch immer wieder dran.«

Die Motivation sowie die sprachliche Verbesserung führte bei einem Großteil zu einem erfolgreichen Übertritt an die weiterführenden Schulen: 30 Prozent besuchen das Gymnasium, 25 Prozent eine Gesamtschule, 18 Prozent eine Realschule. Für 40 Prozent der Befragten steht bereits fest: es soll studiert werden nach der Schule, 31 Prozent wissen noch nicht, wohin der Weg sie führt. 20 Prozent befinden sich bereits in einer Ausbildung, im Studium oder arbeiten. Auch auf der sozialen Ebene wirkt der Deutschsommer nachhaltig: 49 Prozent von 222 Befragten haben noch Kontakt zu Mitstreiterinnen oder Mitstreitern aus dem jeweiligen Jahrgang, es haben sich also gesunde Freundschaften entwickelt.

Momentan findet erstmals der Deutschsommer im Herbst statt. Eine Corona-bedingte Premiere, mit der die Stiftung auf den großen Bedarf und die zahlreichen Anmeldungen für das Projekt reagiert. Das Projekt ist momentan voll im Gange und die Kinder hochmotiviert. In den nächsten Tagen werden wir darüber hier auf der Website der Stiftung berichten. Bis dahin entlassen wir sie mit einem aktuellen Zitat eines Deutschsommer im Herbst-Kindes:

»Wenn man lesen kann, kann man alles.«