13. Oktober 2016

Die StadtteilBotschafter sagen "Tschüs"

von Jens-Ekkehard Bernerth

Die fünfte StadtteilBotschafter-Generation verabschiedet sich nach 18 intensiven und abwechslungsreichen Monaten. Wir blicken auf eine Zeit voller Höhepunkte zurück.


"Es ist ganz beachtlich: Insgesamt haben unsere 24 StadtteilBotschafter 65 Veranstaltungen in 14 Stadtteilen auf die Beine gestellt ", freut sich Projektleiter Konrad Dorenkamp von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und ergänzt: "Als Projektleiter erlebe ich ja in erster Linie die Menschen in ihren Projekten und die Begeisterung aller Beteiligten. Dieses Jahr war einmal mehr sehr abwechslungsreich."

Egal ob ein Repaircafé in Sachsenhausen, eine Capoeira-Werkstatt für Flüchtlinge in der Innenstadt, eine Radio-Sendung auf hr2-Kultur über das Glück oder die Idee eines Jugendforums für Goldstein – der aufmerksame Blick der jungen Frankfurter für die Belange ihrer Stadtteile ist vorbildlich.

Stadtteile profitierten von den Aktionen

Auch in den jeweiligen Stadtteilen kamen die Aktionen gut an. Etwa in Ginnheim, wo Hanin Al-Humeidi einen internationalen Jahrmarkt veranstaltete. Mit ihrem Projekt wollte die Ginnheimerin kulinarische Eindrücke und Aktivitäten aus aller Welt vermitteln und so den Blick für andere Kulturen schärfen. Ein Erfolg, wie Konrad Dorenkamp erzählt: "Menschen, die etabliert in diesem Stadtteil sind, haben sich von der jugendlichen Leidenschaft für eine Idee  mitreißen lassen."

An Jugendliche richtete sich das Sossenheimer Angebot "Wieviel Courage?!" von Hossein Nasseri. Das Projekt hatte zum Ziel, Jugendlichen Wege zu zeigen, wie sie in Gewaltsituationen mutig und konstruktiv einschreiten und sich selbst dabei schützen können. In mehreren Workshops, etwa im Schultheaterstudio Frankfurt oder in der B-Ebene des Hauptbahnhofs, wurden die Jugendlichen für das Thema sensibilisiert.

StadtteilBotschafter für alle Generationen

"Stark durch den Alltag – Ein Stadtteil bewegt sich" lautete das Motto auf dem Frankfurter Berg, bei dem StadtteilBotschafter Issam Mahria sein ganzes Potenzial zeigte: "Er ist ein starker Ansprechpartner für alle Generationen", berichtet Konrad Dorenkamp, "Issam ist ein Bindeglied im Stadtteil und hat dadurch die Harmonie zwischen den Generationen verbessert. Zudem hat er Selbstverteidigungs- und Kraftsportangebote etabliert."

Soziales und Kulturelles waren im Nordend die Leitmotive. Auf kreative Art und Weise warfen Lucas Kottmeier und Sofie Luckhardt mit "dasda.hinter" einen Blick hinter die Kulissen ihres Stadtteils, um Wege zur gemeinschaftlichen Nutzung des sozialen und kulturellen Potenzials von nichtöffentlichen Räumen und Orten zu finden. Konrad Dorenkamp freut sich über den Ausgang des Projekts: "Die Beiden haben es geschafft, dass sogar Alteingesessene verborgene oder versteckte Orte im Stadtteil für gemeinsame Kulturerlebnisse entdeckt haben."

Standesgemäß wurden die StadtteilBotschafter der 5. Generation in einer feierlichen Veranstaltung verabschiedet. Mit kleinen, jeweils 100 Sekunden langen Reden und Beitragen wurde auf die vergangenen 18 Monate zurückgeblickt. Bilder des Abends finden Sie in der Mediathek

Kleine Auswahl der großen Vielfalt

Die vier genannten Projekte sind nur ein Auszug der vielseitigen Ideen der fünften StadtteilBotschafter-Generation. Eine komplette Übersicht finden Sie auf der Website der StadtteilBotschafter.

Das Projekt StadtteilBotschafter indes geht in eine neue Runde. Derzeit läuft die Bewerbungsphase für die sechste Generation, Bewerbungsschluss ist der 13. Januar.

(Text: Jens-Ekkehard Bernerth)