09. März 2018

Diese BürgerAkademiker machen Frankfurt lebenswerter

von Stephan Hübner

Sie alle sind überdurchschnittlich engagiert, machen darum aber nie großes Aufheben: die 24 Männer und Frauen, die von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft neu in die BürgerAkademie aufgenommen worden sind.

Foto: Philip Eichler


Innerhalb der nächsten zwölf Monate erfahren sie in dem Programm Anerkennung für ihr bisheriges bürgerschaftliches Engagement, fachliche Weiterqualifizierung sowie kreativen und inhaltlichen Austausch mit weiteren herausragenden Ehrenamtlichen. Geboten werden Seminare, Kamingespräche mit besonderen Persönlichkeiten und Fortbildungen zur fachlichen wie persönlichen Weiterentwicklung.

Die inzwischen sechste Akademie-Generation besteht aus je zwölf Damen und Herren zwischen 20 und 70 Jahren. Sie sind Studenten, Diplom-Verwaltungs- und -Betriebswirte, Medizinische Fachangestellte, Ethnologinnen oder Rentner und bei Organisationen wie dem Diakonischen Werk, dem Kreisfeuerwehrverband Frankfurt oder der Katholischen Kirche aktiv. Der Leiter der BürgerAkademie, Konrad Dorenkamp, charakterisierte sie als "24 Menschen, die in freiwilliger Selbstverpflichtung die Grundregel unserer Demokratie leben und gewährleisten: Solidarität aus Empathie."

Zu diesen Menschen gehört die IT-Expertin Sabine Fiedler (45). Sie kümmert sich im Vorstand des Vereins "Billabong Familienzentrum Riedberg e. V." um die Öffentlichkeitsarbeit, sie ist IT-Verantwortliche und hilft bei der Durchführung von Vereinsveranstaltungen wie dem Riedberger Sommerfest oder dem Riedberger Weihnachtsmarkt.

Jürgen Naeve wiederum ist mit seinen 70 Jahren der "Alterspräsident" der neuen Generation. Der gelernte Musikalienhändler und Experte für Ton- und Lichttechnik ist in Frankfurt Kulturbegleiter des Bürgerinstituts, Ideenbotschafter am Museum Angewandte Kunst (MAK), Begleiter für an Demenz Erkrankte und Berater der Interkulturellen Bühne. Und ihm eilt ein Ruf als "perfekter Netzwerker“"und "Macher" voraus.

Die jüngste Teilnehmerin, Dorothee Bellendorf (20), unterstützt die Flüchtlingshilfe der Diakonie Frankfurt. Dort ist sie zum Beispiel in der Kinder- und Hausaufgabenbetreuung tätig, und sie organisiert und begleitet Ausflüge und Ferienangebote. Außerdem blickt sie auf Ehrenamtserfahrungen in der UNICEF-Hochschulgruppe zurück – und auf ein Volontariat im Schildkrötenschutz in Indonesien. Neben dem Ehrenamt studiert sie Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der Frankfurter Goethe-Universität.

Insgesamt 24 in Frankfurt präsente Ehrenamtsorganisationen, darunter der Arbeiter-Samariter-Bund, die Malteser und der Sportkreis, haben inhaltlich am Konzept der BürgerAkademie mitgearbeitet. Sie bilden zugleich den Beirat des Programms und beteiligen sich an dessen Weiterentwicklung. Vergangenen Herbst schlugen sie geeignete Persönlichkeiten für die Generation 2018/2019 vor, ein Auswahlausschuss nominierte anschließend die geeignetsten Kandidaten.