21. Mai 2021.

Frankfurter Hausgespräche 2021 : "Wir sind nicht die 'Generation Corona'"

von Elisabeth Brachmann

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Zusammenkommen – Alte Sehnsucht neu entdeckt" der Frankfurter Hausgespräche berichteten beim Hausgespräch der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Jugendliche von ihren Erfahrungen während der Corona-Pandemie und wie sie in die Zukunft blicken.

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt (links) begrüßte zum ersten Frankfurter Hausgespräch 2021 im Haus am Dom und im Livestream (v.l.n.r.) Prof. Dr. Sabine Andresen, Analina Pitel, Solveig Tränkner, Carl-Philipp Spahlinger und Dr. Felix Steiner.


Die ganze Podiumsdiskussion können Sie hier anschauen, der Stream beginnt bei Minute 1:50:

Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, begrüßte am 19. Mai 2021 vor Ort im Haus am Dom Prof. Dr. Sabine Andresen, Professorin für Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, Analina Pitel, Schülerin und ehemalige Diesterweg-Stipendiatin, Solveig Tränkner, Abiturientin und ehemalige Teilnehmerin am Programm Digitechnikum, Carl-Philipp Spahlinger, Student und früherer Stadtteil-Botschafter sowie Dr. Felix Steiner, Studienrat am Goethe-Gymnasium Frankfurt. Die Runde widmete sich im Gespräch dem Thema des Abends "Wie wollen wir einander begegnen? Erfahrungen und Ausblicke der jungen Generation". Die Veranstaltung wurde über die Website der Frankfurter Hausgespräche live gestreamt und ist auf YouTube verfügbar.

Prof. Dr. Andresen präsentierte zu Beginn die Ergebnisse der der JuCo-Studie über "Kindheit – Jugend – Familie in Zeiten von Corona" der Goethe-Universität Frankfurt und Stiftung Universität Hildesheim, die in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung ausgewertet wurde. Die Antworten der 12.500 jungen Menschen zeigen, wie sich Kontaktbeschränkungen und Verzicht auf öffentliche Angebote auf ihr Leben und Denken auswirken. Allerdings sei die Studie nicht repräsentativ, betonte Professorin Andresen.

"Wir sehnen uns alle nach Kontakt"

Im Gespräch mit Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt gaben die Jugendlichen beim ersten Frankfurter Hausgespräch im Jahr 2021 bewegende Einblicke, wie die Corona-Pandemie ihr Leben verändert hat: Carl-Philipp kennt das Studium nur außerhalb des Campus, Solveig hat gerade ihr schriftliches Abitur im Heimunterricht absolviert und Schülervertreterin Analina macht sich Sorgen, wie die Pandemie ihre Berufsaussichten verändern. Beeinflusst würden sie von der Situation, dennoch möchten Sie nicht auf die "Generation Corona" reduziert werden, sagte Solveig: "Unsere Generation macht viel mehr aus als ein Virus, zum Beispiel unser Engagement für den Klimaschutz."

Zuschauerinnen und Zuschauer beteiligten sich über die Seite der Frankfurter Hausgespräche an der Diskussion und lobten die Beiträge der Jugendlichen. Denn sie nehmen auch positive Seiten der Situation war: "Man schätzt jeden Moment viel mehr als vorher, nichts ist selbstverständlich", erzählte Analina. Carl-Philipp hält verstärkt Kontakt mit Freunden, die nicht in seiner Nähe wohnen. Ein Bedürfnis, das Dr. Steiner in allen Generationen beobachtet: "Egal, wie alt wir sind, wir sehnen uns nach Kontakt." 

Die Frankfurter Hausgespräche

Seit 2010 veranstalten die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, das Haus am Dom, das Jüdische Museum und das Freie Deutsche Hochstift zusammen die Frankfurter Hausgespräche. An vier öffentlichen Diskussionsabenden wird dabei ein gemeinsames Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet – stets mit der Maxime, die Gegenwart mit einem Blick in die Vergangenheit und Gedanken an die Zukunft zu verbinden.

 

Mehr Informationen über alle Veranstaltungen der Reihe finden Sie auf der Website der Frankfurter Hausgespräche.