16. November 2018

Junge Forscher: DNA-Zauberei an der Merianschule

von Jens-Ekkehard Bernerth

Dass eine gute Vorbereitung stets der Schlüssel zum Erfolg ist, wird schon in jungen Jahren vermittelt. So auch beim Projekt Junge Forscher der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, das in diesem Jahr an der Merianschule durchgeführt wurde und das Thema DNA zum Inhalt hatte.

Bild: Dominik Buschardt


Doch bevor die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Frankfurter Merianschule ihre eigene DNA extrahieren können, muss der Versuch erstmal vorbereitet werden. "Die DNA ist so klein, dass wir sie nicht einfach so mit bloßem Auge sehen können," erläutert Tutor Lennart den Kindern, der wie seine drei Mit-Tutoren Stipendiat des Main-Campus-Programms ist und ehrenamtlich zwei Doppelstunden in Zusammenarbeit mit der Lehrkraft betreut.

Eines der Kinder ist der 8-jährige Miguel. Damit er später seine eigene DNA gut sehen kann, vermengt er in einem Glasröhrchen Spülmittel und eine kleine Menge Waschpulver. Danach wird in einem Glas ein Schluck Wasser mit einer ordentlichen Portion Natriumchlorid - also Kochsalz - vermengt und umgerührt.

Jetzt wird es spannend: Miguel nimmt - ohne es zu schlucken - die Kochsalzlösung in den Mund, spült damit den Mundinnenraum aus und lässt nach einer langen Minute die mit Speichel vermengte Lösung in das Spül-Waschmittel-Röhrchen laufen. "Jetzt musst Du die Mixtur umrühren", erinnert ihn Tutorin Franzi, die Chemie studiert. Gesagt, getan. Miguel rührt die Mixtur um und lässt sie im Anschluss zwei Minuten lang stehen.

Seine Mitschüler machen das auch, manche sind schon einen Schritt weiter, manche hinken etwas hinterher. Endlich sind die zwei Minuten um. Denn jetzt kommt der finale Schritt, der zeigt, ob alles richtig war, was Miguel gemacht hat. Reines Ethanol wird mit der Lösung versetzt, und tatsächlich: Nach circa fünf Minuten manifestiert sich Miguels DNA als weiße Fäden im Röhrchen.

Große Freude im Klassenzimmer

Der Grundschüler freut sich, vergleicht seine DNA-Fäden mit denen seiner Schulkollegen. Es fühlt sich toll an, wenn ein Experiment gelingt. Das ist es auch, was das Programm bezwecken möchte: Neugierig auf Naturwissenschaften machen, den Forschergeist wecken und Phänomene mit allen Sinnen erschließen.

Nach der Experimentierphase beantworten die vier Tutoren Franzi, Leonie, Lennart und Philip noch die Fragen der Kinder. Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich äußerst interessiert, sie stellen nicht nur Fragen zur Genetik, sondern wollen auch Informationen zum Weltall und den Dinosauriern haben. Der Abschied fällt schließlich schwer, manche Kinder sind richtig traurig, dass sie ihren liebgewonnenen Junge-Forscher-Tutoren auf Wiedersehen sagen müssen. 

Doch dürfte es durchaus gut möglich sein, dass man einige der Kinder in ein paar Jahren gemeinsam mit ihren Eltern beim Projekt KEMIE wiedersieht, bei dem es ebenfalls darum geht, naturwissenschaftliche Phänomene im Labor zu verstehen und zu erschließen.