20. Oktober 2016.

Kolleg für junge Talente: Auftakt auf Schloss Buchenau

von Jens-Ekkehard Bernerth

Für eine dreitägige Herbst-Akademie reiste die erste Generation des Kollegs für junge Talente nach Schloss Buchenau in der Rhön. Die Ziele: Einander kennenlernen, sich der eigenen Stärken bewusst werden und sich auf das Programm der nächsten zwölf Monate vorbereiten.

Start des Kollegs für junge Talente.


Dementsprechend stand die Auftaktveranstaltung ganz im Zeichen von Teambuilding und Stärkentraining. Die 14- bis 17-jährigen Teilnehmer, 20 an der Zahl, sind allesamt vielseitig interessierte und talentierte junge Menschen und wurden von ihren Schulen für das Programm der Stiftung Polytechnische Gesellschaft empfohlen.

Im Rahmen des Kollegs, das als Studium generale konzipiert ist, können die jungen Talente nun ihre Begabungen gezielt weiterentwickeln. Bis Juni 2017 werden sie in unterschiedlichsten Disziplinen, von Musik bis Philosophie und von Technik bis Poesie, gemeinsam verschiedenste Frage- und Problemstellungen bearbeiten.

Kochen auf dem Lagerfeuer

Deshalb stand in der Herbst-Akademie zuerst Teambuilding auf dem Programm. So ließ Erlebnispädagoge Lukas Heun die Kollegiaten etwa ein dreigängiges Menü über dem Lagerfeuer kochen. Es bestand aus Flädlesuppe als Vorspeise, Bratwurst im Brötchen, dazu Folienkartoffeln und Gemüse, und schließlich einem Obstsalat, der ausnahmsweise  neben dem Feuer entstand. Denn jeder weiß: Essen verbindet. Und einen Pfannkuchen in der freien Natur herzustellen, ist auf der einen Seite eine Herausforderung, gleichzeitig aber auch recht lustig.

Eine Murmelbahn für alle Bälle

Nicht minder kreativ ging es beim Bau einer Outdoor-Murmelbahn zu, die für einen Tennisball, eine Boule-Kugel sowie einen leichten Plastikball geeignet sein musste. Was sich einfach anhört, hatte seine Tücken. So mussten die Stipendiaten, die auf zwei Teams aufgeteilt wurden, eine 360-Grad-Kurve einbauen, die "Murmel" musste ein Glöckchen zum Klingen bringen und über eine kurze Strecke durch die Luft fliegen. Kreative Lösungen waren das Resultat – etwa, indem eine Baumwurzel als Sprungschanze genutzt wurde.

Die eigene Stärke erkennen

Stärkentrainer Frank Rebmann vermittelte in seinen Übungseinheiten Wege zum Erkennen und Nutzen der eigenen Stärken. Aufmerksamkeit für die Stärken der andern Gruppenmitglieder zu entwickeln, diese gezielt anzusprechen und einzubeziehen, war ein weiterer wichtiger Schritt im Training. Ferner wurde nach strengen Regeln debattiert, um die eigene Überzeugungsfähigkeit zu schulen und dabei gleichzeitig „Hormon-Nebel“ zu vermeiden, der durch Provokation entsteht und zu unsachlichen Reaktionen verleitet.

"Die drei Tage hatten das Ziel, dass die Teilnehmer ein handlungsfähiges, produktives Team werden", erklärt Projektleiter Konrad Dorenkamp. "Sich gemeinsam und unter Einsatz aller vorhandenen Stärken und Talente an die Lösung von Problemen zu machen, wie es hier vermittelt und geübt wurde, das ist polytechnisches Herangehen."

Eine Frage der Haltung

Dorenkamps Kollegin Silja Flach ergänzt: "Der Grundsatz der drei Tage war: Man kann soviel mehr erreichen, wenn man um die eigenen Stärken weiß. Allein schon mit einer optimistischen Haltung und einer positiven Wortwahl an eine Herausforderung heranzugehen, erhöht die Chance auf ein gutes Ergebnis entscheidend."

Die Teilnehmer selbst zeigten sich begeistert von der Auftaktveranstaltung des Kollegs für junge Talente. "Ich bin mir meiner Stärken bewusst geworden", steht auf einem gelben Zettel auf einem Flipchart. Daneben: "Ich habe ein höheres Selbstbewusstsein", begleitet von "Für das Debattieren habe ich Feuer gefangen." Den 20 Teenagern scheinen die vergangenen drei Tage richtig gut getan zu haben.

Verheißungsvoller Auftakt

Konrad Dorenkamp freut sich über das positive Feedback und erwartet sich einiges vom Programm: "In den kommenden Monaten werden wir hoffentlich 20 junge Menschen erleben, die sich mit Wonne in die verrücktesten Themen stürzen und am Ende gemeinsam ein Lied, eine Idee für ein neues Schulsystem oder ein momentan noch gar nicht absehbares Projekt entwickeln werden. Die Basis dafür ist, dass sie wissen, dass sie einander wertschätzen müssen und so ihre Stärken multiplizieren können."

Über das Kolleg für junge Talente

Im Geiste der polytechnischen Idee fördert das Kolleg für junge Talente talentierte und vielseitig interessierte Jugendliche im Rahmen eines Studium generale. Das Projekt der der Stiftung Polytechnische Gesellschaft unterstützen die DZ Bank Stiftung, die Linsenhoff-Stiftung und eine private Mäzenin, die ungenannt bleiben will.

(Text: Jens-Ekkehard Bernerth, Bild: Philip Eichler)