06. Februar 2018

Kolleg für junge Talente: die Folgen der Digitalität

von unserer Gastautorin

Der Workshop-Tag des Kollegs für junge Talente im Januar hatte Digitalisierung und Digitalität zum Thema. Stipendiatin Mara Kunzenmann berichtet über die Veranstaltung: Wie würden die Kollegiaten Frankfurt digitaler werden lassen, und was hat sie für sich aus dem Seminar mitgenommen?

#NeuerBlickwinkel     #DigitalesFrankfurt      #Denkanstöße

Sollte ich den Kollegtag am 20. Januar 2018 mit drei Begriffen beschreiben, diese drei Hashtags würde ich wohl wählen. Den ganzen Tag über beschäftigten wir uns mit dem Themen Digitalität und Digitalisierung. Wie weit reicht die Digitalisierung zurück? Welche Chancen und vielleicht auch Gefahren birgt sie für die Zukunft?

Über diese Fragen konnten wir vormittags mit den beiden Referenten Torsten Larbig und André Spange angeregte Gespräche führen. Ich hätte vor diesem Tag wohl nicht so weit gedacht, dass auch die Einführung des Binärsystems im 17. Jahrhundert ein wichtiger Teil der Digitalisierung war. Obwohl dieses Zahlensystem die Grundlage der heutigen Rechner darstellt und seine Einführung daher ganz klar zum Prozess der Digitalisierung gehört, hatte ich den Begriff Digitalisierung vorher immer als neues Phänomen gesehen. In dieser geschichtlich viel größeren Dimension betrachtet, eröffnete sich mir plötzlich ein ganz anderer Blickwinkel auf die Thematik. Und das war nicht die einzige neue Erkenntnis des Tages.

Schon davor hatten wir alle an einem Quiz teilgenommen, bei dem wir überrascht feststellten, dass Jugendliche überhaupt nicht so "abhängig" von Internet und Smartphones sind, wie es nur allzu oft den Schein hat. So vertrauen beispielsweise die meisten Jugendlichen bei der Berichterstattung über das tagesaktuelle Geschehen eher der Tageszeitung als Fernsehen, Radio und Internet. Auch über künstliche Intelligenz haben wir uns unterhalten, dabei entwickelten sich interessante Diskussionen. Für mich als ziemlichen Laien war es zugleich erschreckend als auch faszinierend zu erfahren, dass man bereits die Neuronenaktivität eines Wurms nachstellen kann und dies in Zukunft auch mit höheren Lebewesen möglich sein dürfte. Aber eines hat mir diese Tatsache klar vor Augen geführt: Weder bringt es etwas, mich vor Dingen zu fürchten, die ich nicht ganz verstehen kann, noch sollte ich versuchen, dem Fortschritt im Weg zu stehen. Vielmehr lohnt es sich, sein Wissen zu erweitern, um die Digitalisierung weder ungebremst geschehen zu lassen noch komplett auszubremsen, sondern mitzugestalten.

Ein digitaleres Frankfurt

Nach all diesem Input gab es erstmal eine kleine Pause und ein leckeres Mittagessen. Dann fing der für mich spannendste Teil des Tages an. In Gruppen konnten wir uns einer ebenso kniffligen wie bedeutungsvollen Aufgabe stellen: Wie könnte man Frankfurt "digitaler" werden lassen? Im ersten Moment schien es nicht wirklich schwer, sich für eine Stadt, die man so gut kennt, Projekte zu überlegen. Schließlich gibt es vieles, das einen im Alltag stört und bei dem man denkt, man könne es besser machen. Aber es war dann doch ziemlich anspruchsvoll, all die Ideen, die einem im Kopf herumschwirrten, zu präzisieren und daraus konkrete Maßnahmen zur Verbesserung und Digitalisierung Frankfurts herauszuarbeiten.

Umso verblüffter war ich, als am Ende des Tages alle Gruppen ihre Vorschläge in kurzen Präsentationen vortrugen. Dabei kamen verschiedene Visionen zusammen: Von Videosprechstunden beim Arzt über Guide-Automaten für Touristen bis hin zur Frankfurter Bürger-App – Dinge, auf die ich allein nie gekommen wäre, die aber auf teilweise einfachste Art und Weise Frankfurt zu einer moderneren und digitaleren Stadt machen könnten.

Natürlich war der Großteil dieser Ideen noch unausgereift und ein wenig vage, was vor allem an der leider mal wieder viel zu kurzen Zeit lag (man denkt das kaum bei acht Stunden, Anm. d. Red.). Aber ich persönlich hoffe sehr, dass wir dieses Thema in der Osterakademie des Kollegs weiter ausführen können.