06. November 2017

Kolleg für junge Talente: von Stärken und Sänften

von unserer Gastautorin

Anfang Oktober fand die Herbstakademie des Kollegs für junge Talente statt. Kollegiatin Lea Sause berichtet von ihren Eindrücken der mehrtägigen Akademie auf Schloss Buchenau.

Die fertigen Sänften. Bild: Philip Eichler.


Da saßen wir also alle in einem Bus: 20 mir fremde Jugendliche, auf dem Weg nach Schloss Buchenau in der Rhön. Das Schloss, mitten in einem pittoresken Dorf gelegen, ist der perfekte Ort für eine Gruppe, um sich kennenzulernen.

In verschiedensten Workshops habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt: Bei einem Sänftenbau unter Leitung von Lukas Heun habe ich gelernt, wie wichtig es ist, sich innerhalb einer Gruppe abzusprechen und dass jeder eine wichtige Aufgabe wahrzunehmen hat. Das Ziel war nämlich, dass drei verschiedene Gruppen, die sich beim Bauen nicht sehen konnten, unter Zeitdruck identische Sänften produzieren sollten.

Wir mussten uns also koordinieren, dass beispielsweise jeder die gleichen Materialien hat und alle Gruppen die Sänften wirklich identisch bauen. Anfangs erschien mir die Aufgabe sehr schwierig; umso glücklicher war ich, dass die Sänften tatsächlich ähnlich aussahen und wir sogar unseren Projektleiter Konrad Dorenkamp darin transportieren konnten.

Ein anderer Workshop, durchgeführt von Justine Lagiewka, hatte unsere Stärken und Talente zum Inhalt: Wir haben uns überwiegend mit uns selbst beschäftigt. Ich kann immer noch kaum fassen, wie viel ich an diesem Tag über mich, meine Talente und meine Selbstwahrnehmung gelernt habe. Plötzlich hatte ich ein ganz verändertes Bild von mir und fühlte mich gestärkt. Außerdem habe ich Stärken an mir gefunden, deren ich mir gar nicht bewusst war.

Am Mittwoch ging es darum, wie man diese Stärken trainieren kann. Mich überkam der Wille, sofort alle besprochenen Wege in die Tat umzusetzen, und am liebsten hätte ich an diesem Tag noch damit angefangen. Jedoch war am Mittwoch auch unser letzter Abend und diesen wollte ich in vollen Zügen genießen. Denn in den Tagen ist die Gruppe menschlich stark zusammengewachsen. Und nicht nur das, sie ist mir auch unglaublich ans Herz gewachsen.

Durch meine Mitkollegiaten fand ich mir sonst sehr langweilig erscheinende Themen auf einmal so spannend, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, über diese zu reden. Für mich waren die vier Tage eine sehr schöne Zeit, die mich zu neuen Themen und Freunden geführt haben, und ich freue mich auf das, was im Rahmen des Kollegs für junge Talente noch alles kommen wird.

(Text: Lea Sause)

Über die Autorin

Kollegiatin Lea Sause ist 16 Jahre alt und geht auf die Elisabethenschule im Nordend. Ihr Lieblingsfach ist Musik, in ihrer Freizeit schreibt, zeichnet, liest und singt sie, außerdem spielt sie Geige und hört gerne Musik.