30. Januar 2018

Meine Zeitung: Frühstück als Startschuss

von Jens-Ekkehard Bernerth

Eine schöne Tradition ist das Zeitungsfrühstück im Rahmen von Meine Zeitung: Die teilnehmenden Schüler können dabei Fragen an den Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.),Werner D'Inka, und den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, stellen. 2018 fand es einen Tag vor Startschuss des Projekts in der Klasse 8a der Musterschule statt, die sich jede Menge gute Fragen überlegt hatte.

Leha liest aufmerksam den Technik-und-Motor-Teil der F.A.Z. – die Teenagerin ist sehr an Mathematik interessiert, könnte sich vorstellen, später einmal Ingenieurin zu werden. Tin hingegen hat zielstrebig den Sportteil aufgeschlagen, das "interessiert mich am meisten, zusammen mit Politik", erklärt er. Damit entsprechen die beiden Schüler dem Großteil der F.A.Z.-Leser, wird Werner D'Inka später erklären, doch auch der Lokalteil sei eine beliebte Rubrik der Zeitung.

Tin und Leha sind zwei von insgesamt 1.070 Teilnehmer aus 40 Klassen der Stufen fünf bis zehn, die 2018 an dem Medienbildungsprojekt teilnehmen. Meine Zeitung wird an allen Schulformen durchgeführt, das Gros der Teilnehmer besucht die siebte oder achte Klasse eines Gymnasiums.

Nach der Begrüßung durch Schuldirektor Stefan Langsdorf und die betreuende Lehrerin Britta Görny folgt gleich die erste Frage, die sich um ein Phänomen der modernen Zeit dreht. Die Schüler möchten wissen, wie Fake-News entstehen und wie Zeitungen verhindern können, diesen Nachrichten auf den Leim zu gehen. F.A.Z.-Mitherausgeber Werner D'Inka erklärt, dass es zur Aufgabe von Journalisten gehört, jede Nachricht ausgiebig zu prüfen, zu hinterfragen und eine Recherche dazu anzustellen. Als Beispiel nennt D'Inka die Silversternacht 2017, in der angeblich Deutschlands älteste Kirche durch gezielten Böllerbeschuss gebrannt haben soll. Nach umgehender Recherche stellte sich heraus, dass es weder Deutschlands älteste Kirche war, noch dass absichtlich Feuer erzeugt wurde. Und wirklich gebrannt habe es auch nicht, so D‘Inka.

Im Lauf der nächsten Stunde beantworten D'Inka und Kaehlbrandt viele gute Fragen rund um das Thema Zeitung und die Stiftung. Die Schüler zeigen sich aufgeweckt und interessiert, sprechen unter anderem Themen wie Auslandskorrespondenten und Meinungsfreiheit in Ländern wie der Türkei an, thematisieren die Sprache und deren Entwicklung sowie die Förderung von Schülern in Stiftungsprogrammen. Auch der Alltag einer Redaktion und was eine Stiftung mit ihrem Vermögen anstellt wird thematisiert.

Als eine der sogenannten "Meine-Zeitung-Tablet-Klassen“ erhält die 8a der Musterschule die F.A.Z. auch elektronisch. Den Schülern gefällt das, sie schätzen das kompakte Format und die Wischbedienung teilweise mehr als das große, historisch gewachsene Format der Print-Zeitung, "hinter der man sich jedoch hervorragend verstecken kann", wie Professor Kaehlbrandt augenzwinkernd anmerkt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Tabletversion ist für die Schüler der Naturschutz: "Warum Papierverschwendung, wenn es auch online geht?", fragen sie.

Nach einer Stärkung am selbst hergerichteten Buffet mit Wurstbrötchen und kleinen Leckereien kommt das Zeitungsfrühstück langsam zum Ende. Für die 8a der Musterschule war das Treffen jedoch erst der Startschuss – für sie geht Meine Zeitung nun in die heiße Phase. Man darf gespannt sein, welche interessanten und lesenswerten Artikel sie für ihre Langzeitarbeit findet.