25. Januar 2018

Neujahrsempfang 2018: Tanz in das Jahr

von Jens-Ekkehard Bernerth

Mit jeder Menge Schwung, Musik und guter Laune ist am Abend des 22. Januar der Neujahrsempfang der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in der Oper über die Bühne gegangen. Besinnlichkeit war jedoch auch Teil des Programms.

Foto: Michelle Spillner


"Jeder Rückblick, jedes Innehalten angesichts des vergangenen Jahres ruft uns den so plötzlichen Tod von Walther von Wietzlow im Oktober 2017 in schmerzvolle Erinnerung," eröffnete Dr. Birgit Sander, die stellvertretende Präsidentin der Polytechnischen Gesellschaft und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, den Neujahrsempfang am 22. Januar. "Walther von Wietzlows Tatkraft, seine Offenheit und sein Enthusiasmus sind uns noch so präsent, wir werden sie fortführen. Wir gedenken seiner mit Trauer, aber auch mit dem Bewusstsein, dass es in seinem Sinn wäre, engagiert und unverzagt Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Sein Engagement ist uns Vorbild und Verpflichtung."

Auch Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, würdigte das Vermächtnis des Verstorbenen, dem er einen kurzen, selbst komponierten Blues widmete. Kaehlbrandt: "Die Melodie habe ich mir für ihn ausgedacht, er war ein warmherziger, geistig offener Präsident, und er war ein persönlicher Freund."

"Vielfalt und Zusammenhalt" war das inoffizielle Motto des Neujahrsempfangs, und Kaehlbrandt erläuterte, dass aus der Vielfalt der offen Gesellschaft Dynamik, Kreativität, Entwicklung und Fortschritt erwachsen; doch brauchte die offene Gesellschaft auch Zusammenhalt, weshalb die Stiftung sich in ihren Projekten aus der polytechnischen Tradition heraus für eine Rahmung der Vielfalt einsetze.

Das Kultusministerium, der DeutschSommer und namhafte Gäste

Einen großen Applaus gab es für die Ankündigung, dass der DeutschSommer erheblich ausgeweitet wird und dabei Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz, der an diesem Abend auch zu Gast war, und sein Ministerium als Projektpartner agieren. Neben einer Vielzahl von Mitgliedern der Polytechnischen Gesellschaft sowie Stipendiaten und Alumni der Stiftung waren zahlreiche Gäste aus den Bereichen Bildung, Medien und Kultur, Wirtschaft, Politik und Stiftungswesen vor Ort – darunter der Hanauer Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, F.A.Z.-Mitherausgeber Werner D'Inka und der Herausgeber des Hanauer Anzeigers, Thomas Bauer (beide Partner beim großen Diktatwettbewerb).

Die stellvertretende Opernintendantin Almut Hein, der Direktor des Museums Angewandte Kunst, Matthias Wagner K, und der Intendant der Alten Oper Frankfurt, Dr. Stephan Pauly, konnten begrüßt werden, ebenso wie der Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich, der Vorstand der Provadis Hochschule, Prof. Dr. Udo Müller-Nehler, oder die Leiterin der Frankfurter Volkshochschule, Truda Ann Smith. Auch Dr. Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, verbrachte den Abend in der Oper, ebenso wie Roland Frischkorn vom Sportkreis Frankfurt oder Jutta Gehrig vom Frankfurter Goethe-Institut. "Ich verspreche ihnen, unsere Stiftung wird auch im neuen Jahr alles dafür tun wird, um Menschen mit Potenzial, Talente und auch Vorbilder weiter auszuprägen, und ihnen die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln, zum Nutzen ihrer selbst und zum Nutzen unserer Stadt, Frankfurt am Main", verkündete Kaehlbrandt.

Abwechslung und Vielfalt

Generell stand das gesamte Programm des Neujahrempfangs für die Vielfalt der Stiftungsaktivitäten. Die Rede des 17-jährigen Kollegiaten Gnanaseth Jeyaseelan lud zum Nachdenken ein: Seine Eltern flohen aus Sri Lanka, Seth kam im bayerischen Allgäu zur Welt und ist nun seit fünf Jahren in Frankfurt zu Hause. Für den "waschechten Bayern mit tamilischen Wurzeln" ist die Mainmetropole zur Heimatstadt geworden, hier geht er zur Schule, hat er seine Freunde. Die Stadt ist für Seth ein Chancengeber, und das Kolleg für junge Talente ist eine Bereicherung für sein Leben.

Julia Jung, MainCampus-Alumna, gab mit "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" von Friedrich Hollaender eine musikalische Kostprobe ab, der Stiftungschor bot mit dem Comedian-Harmonist-Titel "Irgendwo auf der Welt" ein mehrstimmiges Hörvergnügen, und Elizabeth Sutphen sowie Jaeil Kim aus dem von der Stiftung geförderten Opernstudio unterhielten prächtig und künstlerisch wertvoll mit Arien und Duetten von Leonhard Bernstein und Franz Léhar, begleitet von Michał Goławski am Flügel.

Tanzlaune kam bei der Stiftungsband Plan-C auf, die in einem rund 45-minütigen Set jede Menge Hits und Dauerbrenner ins Publikum feuerten - mal in waschechter Rockband-Formation, mal als zwölfköpfige Bigband. Die Musiker stammen allesamt aus dem Umfeld der Stiftung, sind Stipendiaten, Mitarbeiter oder Alumni.

Gegen kurz vor elf verließen die letzten der rund 300 Gäste das Wolkenfoyer - mit dem guten Gefühl, einen vielseitigen, schönen Start in das Jahr 2018 erlebt zu haben, der gleichzeitig den Zusammenhalt unter den Anwesenden gefördert hat.

Die Galerie des Abends finden Sie hier.