07. März 2017

"Pommes-frites-Reste" beim Frankfurt-Finale des großen Diktatwettbewerbs

von Stephan Hübner

Beim sechsten Frankfurt-Finale des großen Diktatwettbewerbs in der Schillerschule mussten Lehrer, Eltern und Schüler verschiedenste Tücken der deutschen Orthografie und Grammatik meistern. Nun stehen die Sieger fest.

Unter den Schülern war Matthias Tielmann von der Freien Christlichen Schule mit nur acht Fehlern der beste Teilnehmer. Nur die Elternsiegerin Tatjana Koch von der Schillerschule, die nebenberuflich als Lektorin arbeitet, konnte dieses Ergebnis mit sieben Fehlern noch toppen. Auch die beste Lehrerin kommt von der Schillerschule: Elke Willmann, die Deutsch unterrichtet, machte neun Fehler. Sie dürfen sich über den Titel  "Frankfurter Rechtschreibchampion 2017“ freuen.

Den zweiten Platz der Kategorie "Schüler" teilten sich mit jeweils zehn Fehlern Simon Sioulvegas (Musterschule) und Sarah Kono (Freie Christliche Schule), die auch in den letzten beiden Jahren zu den Siegern gehörte. Den dritten Platz bei den Schülern errang Cora Spiegelhauer (Gymnasium Riedberg) mit 13 Fehlern.

Zum Wettstreit in der Aula der Frankfurter Schillerschule waren 150 Personen gekommen, 13 Frankfurter Schulen waren vertreten. Das 222 Wörter lange Diktat, vorgelesen von Bianca Taubenheim von der Freiherr-vom-Stein-Schule, enthielt 63 orthographische Hürden, die es zu überwinden galt – fast jedes dritte Wort war besonders schwer.

WG-Besichtigung der komplizierten Art

Der Diktattext konfrontierte die Mitschreibenden mit einer WG-Besichtigung der komplizierten Art. Die richtige Schreibweise von Wörtern wie "peu à peu", "drum herumreden" und "Pommes-frites-Reste" brachte die Teilnehmer ins Schwitzen.

"Korrekte Rechtschreibung und die richtige Verwendung der Grammatik sind sehr wichtig in allen Bereichen des Lebens. Beim großen Diktatwettbewerb beweisen die Schüler, Eltern und Lehrer jedes Jahr aufs Neue, dass es Spaß macht, sich damit zu beschäftigen", so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. "Die Schulteams haben sich seit Wochen in Rechtschreib-AGs, bei schulinternen Vorentscheiden, bei einem Trainingssamstag, mithilfe des Übungsmaterials sowie der neuen Homepage des Wettbewerbs vorbereitet. Das hat sich ausgezahlt."

Die besten Diktate wurden von der Jury, der unter anderem die Dudenredakteurin Melanie Kunkel, der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Dr. Bernd Busch, Carine Kleine-Jänsch vom Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main sowie frühere Gewinner aus den Kategorien "Eltern" und "Lehrer" angehörten, eingesammelt und kontrolliert.

Während die Teilnehmer auf die Ergebnisse warteten, unterhielt der Poetry-Slammer Samuel Kramer das Publikum mit mitreißenden Texten über Sprache, Erinnerungen und Selbstfindung.

Unterstützt wurden die Teilnehmer übrigens durch zwei prominente Mitschreiber: Universitäts-Ehrensenatorin Renate von Metzler und der Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, Walther von Wietzlow, bewiesen am gestrigen Abend freudvoll ihre orthographischen Fähigkeiten.

Eltern schlagen Lehrer

Im Schnitt machten die Schüler 26,7, die Lehrer 15,9 und die Eltern 13,9 Fehler. Die gastgebende Schillerschule stellte mit drei erfolgreichen Diktatschreibern die meisten Preisträger, von der Freien Christlichen Schule und der Musterschule kamen je zwei Gewinner. Jeweils ein Sieger kam vom Gymnasium Riedberg, von der Ziehenschule, der Anna-Schmidt-Schule und der Liebigschule.

Bei der feierlichen Preisverleihung erhielten sie nicht nur ihre Urkunden und die Erstplatzierten einen Pokal, sondern auch Preise wie Karten für das Tigerpalast Varieté Theater und das hr-Sinfonieorchester, ein Halbjahresabo der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung oder eine MuseumsuferCard.

Qualifikation für den Mai

Außerdem qualifizierten sich die Sieger für den großen Diktatwettbewerb am 11. Mai 2017, bei dem sie gegen Teams aus anderen deutschen Städten und Gemeinden antreten werden. Die Konkurrenten aus Wiesbaden und Hamburg stehen bereits fest; bis Anfang April werden im Rhein-Pfalz-Kreis (21. März), in Münster (4. April) und in Osnabrück (5. April) die Vertreter für den überregionalen Wettbewerb ermittelt.

(Text: Stephan M. Hübner, Foto: Dominik Buschardt)