22. Februar 2017

Samstagsschule für begabte Handwerker startet in Darmstadt

von Extern

Talentierte Handwerksgesellen in Darmstadt dürfen sich freuen. Denn die dortige Dotter-Stiftung hat die Samstagsschule für begabte Handwerker übernommen. Der Startschuss für die ersten zwölf Darmstädter Stipendiaten fiel am 21. Februar.


Die Samstagsschule für begabte Handwerker ist ein Spitzentrainingsprogramm für den Führungskräftenachwuchs im Handwerk, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft seit 2009 zusammen mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main in Frankfurt durchführt.

Bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag in der Hauptverwaltung Darmstadt der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main wurden feierlich die ersten zwölf Stipendiaten aus der Region Darmstadt aufgenommen.

"Die Samstagsschule bereitet junge Handwerksgesellen in Wochenendseminaren darauf vor, den Meisterbrief zu erwerben, in ihrem Betrieb eine Führungsposition zu übernehmen oder selbst ein Unternehmen zu gründen", erklärt Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender des Ideengebers, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. "Wir freuen uns sehr, dass die Dotter-Stiftung das Projekt nun in der bewährten Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main übernommen hat."

Berufsbegleitende Seminare und Netzwerken

Die Darmstädter Samstagsschüler, drei Frauen und neun Männer, stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, sind unter anderem Goldschmiede, Bäcker oder Kraftfahrzeugmechatroniker. In den kommenden Monaten werden sie in sechs ein- bis zweitägigen, berufsbegleitenden Seminaren in den Bereichen Rhetorik und Präsentation, Betriebswirtschaftslehre und Zukunft des Handwerks weitergebildet.

Außerdem erhalten sie beim "Praxisblick aus dem Handwerk" die Möglichkeit, mit einem erfolgreichen Handwerker ins Gespräch zu kommen, und sie besuchen zukunftsweisende Handwerksunternehmen in Darmstadt und der Region. In der Abschlusswerkstatt entwickeln sie ein fiktives Projekt, das sie vor einem Fachpublikum präsentieren. Im November findet die feierliche Verabschiedung im Darmstadtium statt.

"Hans Erich Dotter wusste um die Wichtigkeit des Handwerks, das gerade in Deutschland so stark und bedeutend ist, das ja nach dem Volksmund einen ,goldenen Boden‘ und einen oft unterschätzten Anteil an der deutschen Gesamtwirtschaft hat", so der Vorstandsvorsitzende der Dotter-Stiftung, Dr. Jürgen Frei. "Das Motto unserer Stiftung lautet ‚Kräfte vor Ort wecken und stärken‘. Und wie könnten wir dies besser realisieren als durch die Förderung junger Handwerker!"

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Christof Riess, stimmt ihm bei: "Handwerk ist zupackend und engagiert – es erfüllt die Aufgabe, junge, talentierte Menschen zu fördern und bietet tolle Zukunftsperspektiven."

Ursprung im Jahr 1817

Die Idee der Samstagsschule geht zurück ins Jahr 1817, als einer der Mitbegründer der Polytechnischen Gesellschaft e. V., der Mathematiker und Pädagoge Adolf Diesterweg, die Sonntagsschule für Handwerker entwickelte, um den nach Frankfurt zuwandernden Handwerksgesellen eine bessere Allgemeinbildung mit auf den Weg zu geben.

Im Jahr 2009 knüpfte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft an diese Tradition an, machte den Sonntag zum Samstag und rief in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main die Samstagsschule für begabte Handwerker ins Leben.

Während die Darmstädter Samstagsschüler bereits ausgewählt und aufgenommen worden sind, läuft die Bewerbungsphase in Frankfurt noch bis Ende Februar. Die Aufnahme der Frankfurter Samstagsschüler erfolgt im März 2017.

Über die Dotter-Stiftung

Die Dotter-Stiftung geht auf das Stifterehepaar Hans Erich und Marie Elfriede Dotter zurück. Dotter hatte 1948 die auf Haarpflegeprodukte spezialisierte Firma Goldwell gegründet und diese 1989 verkauft. Nach Dotters Tod wurde mit seinem Vermögen die Stiftung gegründet. Seit 2014 setzt sie sich unter anderem in den Bereichen Bildung und Erziehung sowie soziale Anliegen in Darmstadt-Eberstadt ein.

(Text: Astrid Heindel, Foto: Dotter-Stiftung/Stefan Krutsch)