06. Dezember 2019.

Stadtteil-Historiker starten im Ruhrgebiet

von Jens-Ekkehard Bernerth

Das Projekt Stadtteil-Historiker der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist erfolgreich ins Ruhrgebiet transferiert worden. Anfang Dezember wurde in Bochum die erste Generation feierlich aufgenommen.

Die Stadtteil-Historiker des Ruhrgebiets. Foto: Simon Bierwald - GLS Treuhand


Kabarettist Frank Goosen war Ehrengast der Aufnahmeveranstaltung in den Räumen der GLS Treuhand. Er lobte den individuellen Zugang der 18 ehrenamtlichen Laienhistoriker: "Man kann jeden Lebensbereich nehmen und erforschen. Man wird immer Spuren der vermeintlich großen Geschichte darin finden", sagte der studierte Historiker dazu in einem Beitrag des WDR.

Die Stadtteil-Historiker aus dem Ruhrgebiet werden in den nächsten 18 Monaten zu selbst ausgewählten Themen forschen, beispielsweise zur Siegfried-Figur auf dem Ehrenfriedhof Kaiserberg in Duisburg oder dem Heusnerviertel in Bochum, das in den Achtzigerjahren dem Bau der Westtangente zum Opfer fiel. Die jüngste Teilnehmerin im Ruhrgebiet ist 16 Jahre alt, der älteste 82 Jahre jung.

"Wir freuen uns sehr, dass die Stadtteil-Historiker nun auch die vielfältige Historie des Ruhrgebiets unter die Lupe nehmen werden", sagt Dr. Katharina Uhsadel, Projektleiterin der Stadtteil-Historiker bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. "So erforschen nun nach Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt die Bürger einer weiteren Region die Geschichte ihrer Heimat."

Durchgeführt wird das Projekt im Ruhrgebiet durch die GLS Treuhand e. V. in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung, der Bürgerstiftung Duisburg, der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und dem Ruhr Museum.

Über die Stadtteil-Historiker

Als Stadtteil-Historiker erforschen seit 2007 während des 18-monatigen Programms bis zu 25 geschichtsinteressierte Frankfurter pro Staffel ehrenamtlich die Stadt- und Stadtteilgeschichte.

Die Themen der Stadtteil-Historiker entstammen ihrem Lebensumfeld und werden von ihnen selbst ausgewählt. Dabei können, je nach Interesse, die Geschichte von Personen, Familien, Unternehmen oder Ereignissen behandelt werden.

Nach Ende der eineinhalbjährigen Projektlaufzeit sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden: Ob in Form einer Ausstellung, eines Films, eines Buches oder einer Website, kann jeder Stadtteil-Historiker selbst entscheiden. Die Teilnehmer werden von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft fachlich begleitet und finanziell unterstützt. Pro Kopf wird von der Stiftung einmalig 1.500 Euro für Recherche und Kosten der Präsentation zur Verfügung gestellt. Ferner werden zur methodischen Qualifizierung zwei Werkstatt-Treffen und regelmäßige Monatstreffen angeboten.