07. Juni 2018

Stiftung Polytechnische Gesellschaft blickt auf das Jahr 2017 zurück

von Jens-Ekkehard Bernerth

Der Vorstand der Stiftung Polytechnische Gesellschaft stellte auf seiner Jahres-Pressekonferenz die Ergebnisse des zwölften Stiftungsjahres 2017 sowie den neuen Tätigkeitsbericht "Vielfalt und Zusammenhalt" vor.

Foto: Philip Eichler


"Unsere Stiftung fördert Vielfalt und ist vielfältig tätig. Sie fördert Jung und Alt, sie ist insbesondere in der Integration von Zuwanderern aktiv; sie fördert Menschen mit Potenzial, Talente und Vorbilder aus allen Bevölkerungsschichten. Neben Vielfalt geht es der Stiftung aber auch um den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt.  "Unser Angebot ist die polytechnische Tradition, nämlich die der Aufklärung: also Bildung und Verantwortung. Bei uns zählen und wir fördern deshalb: Vernunft, Argument, wissenschaftliche Denkmethoden, Geschichtsbewusstsein und Sprachfähigkeit. Noch etwas dient uns als Rahmung: Bindung und Beziehung zu den vielen von uns geförderten Stipendiaten."

Projekt-Ergebnisse des Jahres 2017 kurz und knapp

  • 300 Stipendiaten wurden im Jahr 2017 in unseren sieben Stipendienprogrammen gefördert.
  • Im Alumni-Netzwerk der Stiftung werden 1.600 ehemalige Stipendiaten angesprochen.
  • Insgesamt wurden 2017 rund 10.000 Menschen in Frankfurt gefördert. Seit Stiftungsgründung sind es 60.000 Menschen.
  • Im Rahmen des Diesterweg-Stipendiums für Kinder und ihre Eltern  werden bis Ende 2018 insgesamt 2.300 Personen an zwölf Standorten gefördert worden sein. Die Idee der Familienbildung geht ihren Weg. In Frankfurt wird das Projekt nun auch in zwei Großunterkünften mit Flüchtlingsfamilien durchgeführt. Dabei wurden auch Seminarstunden zum Thema "Deutschland verstehen" angeboten. Denn Landes- und Geschichtskenntnis sind ein wichtiger Beitrag zum Zusammenhalt in Vielfalt.
  • Deutschsommer: Eine Kernaufgabe der Stiftung bleibt die Deutschförderung. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt ein extra Standort für Flüchtlingskinder in der Textorschule in Sachsenhausen angeboten. Das Hessische Kultusministerium hat ferner im vergangenen Jahr einen neuen Deutschsommer-Standort in Gießen ermöglicht. Weitere Deutschsommer-Standorte sind u.a. seit Jahren bereits Offenbach, Kassel und Münster.
  • Der große Diktatwettbewerb ist wichtig, denn die Rechtschreibkenntnisse gehen insgesamt zurück. Das betrifft nicht nur Zuwandererkinder. Deshalb breitet sich der Wettbewerb nun aus. Neben Frankfurt und Hessen sind inzwischen Standorte aus  Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg eingestiegen.
  • Naturwissenschaft und Technik: Die Hinführung von jungen Menschen zu den MINT-Fächern ist eine wichtige Aufgabe. Deshalb hat die Stiftung eine Projektkette von der Grundschule bis zu den Hochschulen aufgebaut. Das ist polytechnische Tradition: Im vergangenen Jahr wurde das 200-jährige Jubiläum der Förderung begabter Handwerker begangen. Das Konzept der  Samstagsschule für begabte Handwerker konnte nun auch nach Darmstadt exportiert werden. 35 begabte junge Wissenschaftler wurden als 7. Generation in das Main-Campus-Stipendiatenwerk aufgenommen.
  • In der kulturellen Bildung ist die Förderung des Jazz-Nachwuchses vorangekommen: 1.900 Schüler konnten in einem umfassenden Angebot aus Lehrkonzerten, Schüler-Jam-Sessions, einem Schüler-Jazz-Festival, durch Lehrkonzerte an Schulen sowie indirekt durch Lehrerfortbildungen erreicht werden.
  • Soziales: Der Schulterschluss zwischen den Präventionsprojekten Babylotse und Willkommenstage in der frühen Elternzeit ist inzwischen vollzogen. Das ist ein echter sozialpolitischer Fortschritt. In unserem Engagement-Stipendium Stadtteil-Botschafter werden die Projekte bis September 2018 zu Ende geführt. Mehrere Absolventen des noch jungen Kollegs für junge Talente sind bereits als Stadtteil-Botschafter aktiv.

Finanz-Ergebnisse des Jahres 2017 kurz und knapp

  • Die Performance lag bei zufriedenstellenden 5,9 Prozent.
  • Das besondere Augenmerk des Vermögensmanagements galt  den laufenden Erträgen.
  • Entgegen dem allgemeinen Trend und dank breit diversifizierter Anlage des Vermögens konnte der Überschuss an laufenden Erträgen um 9 Prozent auf 11,5 Millionen Euro gesteigert werden.
  • Für die gemeinnützige Zweckerfüllung wurden daher 6,7 Millionen Euro eingesetzt. Alle Projektvorhaben konnten im geplanten Umfang verwirklicht werden. Seit Errichtung der Stiftung im Jahr 2005 wurden insgesamt rund 60 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke in Frankfurt am Main zur Verfügung gestellt.
  • Die Höhe des Stiftungsvermögens betrug zum Jahresende 432 Millionen Euro.
  • In die freie Rücklage wurde der steuerlich maximal zulässige Betrag in Höhe von 3,2 Millionen Euro eingestellt.
  • Neben Drittmitteln in Höhe von 500.000 Euro hat die Stiftung eine  Zustiftung einer mäzenatisch eingestellten Familie in Höhe von 100.000 Euro erhalten.

Ausblick

In den nächsten Tagen und Wochen finden zahlreiche Veranstaltungen statt: "Vor uns liegt das überregionale Finale des Großen Diktatwettbewerbs am 12. Juni 2018. Am 20. Juni 2018 verabschieden wir die aktuelle Generation der Diesterweg-Familien. Der Deutschsommer beginnt am 25. Juni 2018 und wird uns drei Wochen lang intensiv beschäftigen", erläuterte Professor Kaehlbrandt. "Am 19. August 2018 findet ein Alumni-Sommerfest der Stiftung auf dem Gelände des Leistungszentrums von Eintracht Frankfurt im Riederwald statt, und Ende August 2018 läuft die Bewerbungsfrist für die neuen Stadtteil-Historiker aus.“

Die Stiftung kümmert sich mit ungebremster Energie um Vielfalt und Zusammenhalt in Frankfurt am Main. "Die Konzentration auf Frankfurt erweist sich in mehrfacher Hinsicht als Vorteil: Wir können hier die Projekte in bester Kenntnis der Stadt entwickeln und modellhaft aufbauen", so Kaehlbrandt.

Dass darüber hinaus immer mehr Projekte wie der Deutschsommer, das Diesterweg-Stipendium, der Diktatwettbewerb, die Stadtteil-Historiker und die Samstagsschule für begabte Handwerker ihren Weg aus der Mainmetropole finden, zeugt von der Qualität der Programme. "Das ist ein guter Nebeneffekt, der die soziale Rendite unserer Arbeit erhöht," sagte der Stiftungsvorsitzende.

Den Tätigkeitsbericht "Vielfalt und Zusammenhalt" für das Jahr 2017 senden wir Ihnen gerne als PDF oder kostenlos gedruckt per Post zu. Ihre Bestellung richten Sie bitte an bernerth@sptg.de.