21. Juni 2021.

"Unverdrossen": Der Tätigkeitsbericht für das Stiftungsjahr 2020 ist da

von Axel Braun

Auch in Pandemiezeiten konnte die Stiftung wichtige Beiträge für Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und den Kontakt zu den von ihr geförderten Bevölkerungsgruppen halten. Insgesamt wurden im Jahr 2020 7,3 Millionen Euro für gemeinnützige Projekte investiert, das Stiftungsvermögen wuchs auf 451 Millionen Euro. Einen Überblick auf das zurückliegende Stiftungsjahr bietet der soeben erschienene Tätigkeitsbericht.

Foto: Sebastian Schramm


Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat auf ihrer Jahrespressekonferenz die Ergebnisse und Wirkungen ihrer Arbeit im zurückliegenden Stiftungsjahr vorgestellt. Auch in Pandemiezeiten ist es der Frankfurter Stiftung gelungen, den Kontakt zu den von ihr geförderten Menschen aufrechtzuhalten. Getreu dem Jahresmotto "Unverdrossen" konnten zahlreiche Beiträge für Bildung und für gesellschaftlichen Zusammenhalt realisiert werden. Neben einer digitalen oder hybriden Fortführung ihrer Leitprojekte, wie dem Deutschsommer, dem Diesterweg-Stipendium oder den Stadtteil-Botschaftern, konnten zudem ganz neue Initiativen gestartet werden. Dazu zählen die Nachhaltigkeitspraktiker, die Junge Paulskirche oder die Straßen-Uni. Neben eigenen operativen Projekten wurden 90 vorbildliche Projekte Dritter mit insgesamt rund 1 Million Euro gefördert. 

Für ihre gemeinnützigen Aktivitäten hat die Stiftung im Jahr 2020 7,3 Millionen Euro aufgewendet. Grundlage war eine selbst im Jahr der Corona-Pandemie zufriedenstellende Performance im Vermögensmanagement von 3,1 Prozent. Die Vermögenssubstanz der 2005 gegründeten Stiftung konnte um 6 Millionen Euro auf 451 Millionen Euro gestärkt werden. Damit zählt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft zu den größten gemeinwohlorientierten Stiftungen in Deutschland. 

Im Rahmen der Pressekonferenz konnte die Stiftung eine weitere positive Nachricht vermelden: Die in treuhänderischer Verwaltung stehende Marga Coing-Stiftung feiert im Jahr 2021 ihr zehnjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat die Stifterin Marga Coing den Vermögensstock ihrer Treuhandstiftung, die von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft verwaltet wird, um 100.000 Euro erhöht. Die Marga Coing-Stiftung setzt sich für die Förderung ökonomischer Bildung, Kunst und Kultur ein. Ihre Aktivitäten reichen von der Vermittlung wichtiger Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre an Handwerker über die Förderung von Forschungsvorhaben am Institut für Wirtschaftspädagogik der Goethe-Universität bis hin zur Unterstützung bei Ankäufen und im Vermittlungsprogramm von Frankfurter Museen. 

"'Unverdrossen' lautete das Motto unserer Stiftung für das Jahr 2020. Dieses schöne und präzise Adjektiv haben wir bewusst gewählt. Es beschreibt unsere Haltung in der besonderen Lage dieser Zeit: Alles wurde getan, um auf neuen Wegen an der Seite der von uns Geförderten zu bleiben. Gerade in der aktuellen Lage konnten unsere Projekte wichtige Beiträge für Vielfalt und Zusammenhalt leisten", betont Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

"Seit 2005 setzt sich die von der Polytechnischen Gesellschaft e. V. gegründete Stiftung auf der Grundlage eines von Augenmaß geprägten Vermögensmanagements für Bildung und Zusammenhalt in Frankfurt am Main ein. In den 15 Jahren unseres Bestehens wurden insgesamt 81,1 Millionen Euro für satzungsmäßige Zwecke bereitgestellt", so Johann-Peter Krommer, Vorstand für Finanzen, Personal und Organisation der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Ausgewählte Themen, Inhalte und Projekte

Im 15. Jahr ihres Bestehens stellte die Corona-Pandemie auch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in ihrer Rolle als Bildungs- und Begegnungsstiftung vor Herausforderungen. Einen Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung bilden operative Leitprojekte zur Familienbildung, etwa die Willkommenstage in der frühen Elternzeit, der inzwischen an zahlreichen hessischen Standorten durchgeführte Deutschsommer oder das Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern. Damit der Kontakt zu den Geförderten, die besonders in dieser Zeit Unterstützung brauchten, auf keinen Fall unterbrochen wird, fand die Stiftung in all ihren 19 operativen Leitprojekten innerhalb kürzester Zeit Lösungen sowie neue und kreative Formen der Begegnung und Zusammenarbeit: vom digitalen Eltern-Café über den Einsatz von Telefonmentoren, Online-Vortragsreihen, Workshops an der frischen Luft bis hin zu digitalen Veranstaltungen – alles unter Wahrung gesundheitlicher Sicherheitsstandards. Eltern waren dankbar und Kinder motiviert. "Ich will alle Wörter lernen", so der Ausruf eines Deutschsommer-Kindes.

Neben dieser Anpassung der Leitprojekte der Stiftung an die veränderte Lage wurden im Jahr 2020 aber auch neue Projekte entwickelt und durchgeführt, die sich mit drängenden Themen unserer Zeit beschäftigen. Im Programm Nachhaltigkeitspraktiker testen junge Menschen ganz praktisch aus, welche persönlichen Nachhaltigkeitsziele sie in ihrem Alltag erreichen können. In der Jungen Paulskirche, einem neuen Schülerforum zu Demokratie und Verfassung, haben sich Frankfurter Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Grundgesetz auseinandergesetzt und dabei viel über Demokratie erfahren. Mit der Straßen-Uni wurde ein Bildungsprogramm für wohnungslose oder wohnungssuchende Menschen auf die Beine gestellt. 

Auch ihre vielfältigen Förderaktivitäten setzte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft im vergangenen Jahr ohne Unterbrechung fort. Sie unterstützte unter anderem den Härte- und Notfallfonds der Stadt Frankfurt für freie Kulturschaffende, den Goethe-Corona-Fonds der Goethe-Universität sowie Initiativen wie die Malteser Einkaufsengel, das Projekt Call-a-CAB, ein psychologisches Begleitprogramm für Studierende, oder den Kinderhospizdienst.

Tätigkeitsbericht und Gespräch des Vorstands

Eine Übersicht der vielfältigen Aktivitäten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft bietet der soeben veröffentlichte Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020. Er ermöglicht auf insgesamt 86 Seiten einen dezidierten Einblick in die Arbeit der Stiftung in den Bereichen "Bildung", "Wissenschaft und Technik", "Kunst, Kultur und Pflege des kulturellen Erbes", "Soziales, Karitatives, Humanitäres", "Förderprojekte" sowie "Vermögensverwaltung".

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