09. März 2017

Verabschiedung des fünften Jahrgangs der BürgerAkademie: Im Zeichen der Margerite

von Extern

Ein bunt gemischtes Programm wurde den Gästen der Verabschiedung des fünften Jahrgangs der BürgerAkademie im Großen Lesesaal des Frankfurter Literaturhauses geboten. 

"Sagt mal, von wo kommt ihr denn her?", sang die Gruppe auf der Bühne zur Melodie des  Schlümpfe-Lieds. "Wir sind BürgerAkademiker!", erschallte die gesungene Antwort aus den hinteren Ecken des Großen Lesesaals im Frankfurter Literaturhaus.

So unterschiedlich die Sänger auch von Alter oder Beruf waren, eines hatten sie  gemeinsam: Sie engagieren sich mit herausragendem Elan ehrenamtlich in Frankfurt. Deshalb sind sie vor einem Jahr in den fünften Jahrgang der BürgerAkademie aufgenommen worden, die die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main 2009 in Kooperation mit 24 Frankfurter Ehrenamtsorganisationen ins Leben gerufen hat. Am 7. März 2017 endete ihr BürgerAkademie-Jahr, und die Teilnehmer wurden feierlich aus der Förderung verabschiedet.

Die Verabschiedung haben die BürgerAkademiker nicht nur mit ihrem Wechselgesang mitgestaltet. Monika Humpert, die für die katholische Stadtkirche aktiv ist, beschrieb die BürgerAkademie als eine Reise, auf der die Ehrenamtlichen an jeder Station einen Koffer mit hilfreichen Werkzeugen mitbekamen. Die Koffer sind  Symbole für die Seminare, die die BürgerAkademiker während ihrer Stipendiatenzeit besucht haben.

Ereignisreiches Jahr

Sie lernten Neues in den Bereichen Teambuilding und Rhetorik, kamen bei Kamingesprächen in Kontakt mit Frankfurter Persönlichkeiten wie Olaf Cunitz, dem ehemaligen Bürgermeister und Stadtplanungsdezernenten, dem Stadtforscher Christoph Siegl und Daniela Cappelluti, der Gründerin des Frankfurter Gartens. Außerdem befassten sie sich in einer Ideenwerkstadt mit Kreativtechniken und setzen ihre neu erlernten Fähigkeiten in einem sogenannten Mikro-Projekt um.

Das Ergebnis dieses Projekts ist ein QR-Code, der, sobald man ihn mit einem Smartphone oder einem Tablett abscannt, auf die Stiftungswebsite und dort auf eine Extraseite mit Einblicken in die Akademie und mit Erlebnissen des fünften Jahrgangs führt. Ihn konnten die Gäste unter anderem während des sogenannten "Marktplatzes" ausprobieren, einer fünfzehnminütigen Unterbrechung des Bühnenprogramms, die dazu einlud, sich mit den Stipendiaten über ihre Ehrenamts- und Akademieerfahrungen auszutauschen.

Die Margerite als Symbol der Jahrgangs

Die Bühne zierte auch ein Gesteck aus Margeriten. "Die Margerite gilt als Symbol für Natürlichkeit, Wahrheit, das Gute und das Glück, und sie wird daher gerne an hilfsbereite Personen verschenkt", sagte Silja Flach, die Projektreferentin für Bürgerengagement der Stiftung, die die Stipendiaten das Jahr hindurch begleitet hat.

Sie kaufte ein Exemplar für das erste Seminar, und die Symbolkraft gefiel der Gruppe so gut, dass die Margerite auf keinem folgenden Seminar fehlen durfte. Sie wurde für die BürgerAkademiker zu einem Zeichen für Beständigkeit, Verlässlichkeit und Zusammenhalt.

"Man fragt sich, was unser Land und unsere Stadt eigentlich machen würden, wenn es Sie nicht gäbe", lobte Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, das Engagement der Stipendiaten. "Die BürgerAkademiker in diesem Projekt der Qualifizierung, der Vernetzung und der Anerkennung zu unterstützen, heißt, die Ehrenamtsarbeit in ganz Frankfurt zu fördern."

Stephan Siegler, der Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Frankfurt am Main, stimmte ihm zu und fuhr fort: "Der Stiftung Polytechnische Gesellschaft wünsche ich viel Erfolg bei der Weiterführung des Programms, denn das ist auch der Erfolg Frankfurts – also unser aller Erfolg." Das Ehrenamt umschrieb er mit einem Zitat des römischen Philosophen Senecas: "Die Menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen würde, würden die einzelnen Steine sich nicht gegenseitig stützen." Und die Ehrenamtler seien die Stützen der Gesellschaft. Deshalb dankte er den BürgerAkademikern auch im Namen der Frankfurter Bürger, des Stadtparlaments und des Magistrats.

Ein kleines Dankeschön

Nach der feierlichen Urkundenübergabe übernahm BürgerAkademikerin Jutta Einstein das Mikrophon. Denn die Stipendiaten hatten sich eine Überraschung überlegt: Im Namen aller BürgerAkademiker übergab Einstein als Dankeschön für das gemeinsame Jahr Urkunden an Silja Flach und deren studentische Mitarbeiterin Suzanne Cadiou, die ebenfalls das BürgerAkademie-Jahr mitgestaltet hatte, sowie an zwei der Trainer und Referenten des Programms, Claudia Bingel und Christian Berndt.

Bei einem Glas Wein und der Musik des Belleville Swing Clubs nutzten Gäste und BürgerAkademiker im Anschluss an das Programm noch ein zweites Mal die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Damit sind die Stipendiaten aus der Förderung entlassen worden. Die Nominierungen und das Auswahlverfahren für die nächste BürgerAkademie beginnen im Herbst diesen Jahres. Der sechste Jahrgang wird dann im März 2018 aufgenommen.

(Text: Astrid Heindel, Foto: Stefanie Kösling)