28. Oktober 2020.

Wer wird Rechtschreibstar 2020? Das Online-Finale von "Deutschland schreibt!"

von Elisabeth Brachmann

2020 können Sprachbegeisterte erstmals online und aus der ganzen Welt am großen Finale des Rechtschreibwettbewerbs Deutschland schreibt! teilnehmen. Vom 29. Oktober bis 1. November lädt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft alle Rechtschreibfans ein, ihre Sprachkenntnisse zu demonstrieren und sich in einem internationalen Teilnehmerfeld zu messen.

Mitschreiben und gewinnen! Vom 29. Oktober bis 1. November 2020 können Sprachbegeisterte erstmals online und überall am großen Finale des Rechtschreibwettbewerbs "Deutschland schreibt!" teilnehmen.


Ort des Geschehens ist die Webseite des Wettbewerbs. Vom 29. Oktober um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit bis 1. November 2020 um 24 Uhr gilt es, innerhalb von zehn Minuten einen besonders kniffligen Wettbewerbstext mit möglichst wenigen Fehlern zu schreiben. Auf die Gewinner warten attraktive Preise der Wettbewerbspartner Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hessischer Rundfunk und des Duden-Verlags. Das Online-Format machte eine Öffnung des Wettbewerbs möglich: In diesem Jahr ist das Finale nicht national, sondern international, mit Anmeldungen aus dem europäischen Ausland bis nach Shanghai, wo Teilnehmerinnen und Teilnehmer um den Titel "Rechtschreibstar 2020" mitwetteifern wollen.

>> Zum  Wettbewerb <<

Zunächst war die Idee eines Online-Wettbewerbs aus der Not geboren: Man wollte den teilnehmenden Schulen und Standorten, die im Frühjahr 2020 noch regionale Rechtschreibwettbewerbe in Präsenz veranstaltet hatten, auch in Pandemiezeiten den gewohnten nationalen Abschluss des Wettbewerbs ermöglichen, so Projektleiterin Anne Bachmann. Im Vorjahr hatten 186 Finalistinnen und Finalisten in der Frankfurter Goethe-Schule bei einem kollektiven Bildungserlebnis ihre Kenntnisse der Rechtschreibung gemessen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie musste ein Umdenken stattfinden, weshalb das Finale nun online durchgeführt wird.

"Rechtschreibung sollten wir nicht Programmen überlassen"

"Online schreibt jeder für sich", so Stiftungsvorstand Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der dies allerdings nicht grundsätzlich als Nachteil des Formats einschätzt. "Letztlich soll ja ohnehin jeder seine eigenen Rechtschreibkenntnisse einbringen." Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb stehen auf der Webseite www.deutschland-schreibt.de Übungen zur Verfügung, die nachhaltig auf die Fallstricke vorbereiten, die im Finaltext vorkommen. Dieser umfasst in diesem Jahr 1424 Zeichen in 210 Wörtern und weist in etwa jedem vierten Wort eine sprachliche Hürde auf.

E-Mails und Messenger-Kommunikation ersetzen im Alltag häufig das Telefonat, immer intelligenter werdende Programme korrigieren uns aber auch zunehmend. Sprachwissenschaftler Kaehlbrandt vermutet, dass sich der Wechsel von Stift und Papier zu Tastatur und Bildschirm auf die durchschnittliche Fehlerquote des Wettbewerbs auswirken wird. Er findet auch im digitalen Zeitalter wichtig, dass Jung und Alt ihre Rechtschreibung trainieren: "Die deutsche Rechtschreibung hilft, Wörter grammatikalisch zuzuordnen, nehmen Sie die Groß- und Kleinschreibung. Dazu gehören auch substantivierte Verben und Adjektive. Ihr Laut-Graphem-Verhältnis ist natürlich nicht 1:1, aber immer noch gut erlernbar. Das sollten wir nicht Programmen überlassen. Wir wollen schließlich auch richtig rechnen können, dann sollte es uns auch wichtig sein, richtig schreiben zu können."

Format mit Zukunftsperspektive

Seit 2011 finden auf Initiative der Stiftung Polytechnische Gesellschaft lokale Rechtschreibwettbewerbe in ganz Deutschland statt. Das neue Online-Format hatte sich bereits beim diesjährigen Rechtschreibwettbewerb der Frankfurter Goethe-Universität Die Goethe schreibt! bewährt. Der Digital-Wettbewerb macht die Teilnahme besonders niedrigschwellig und spricht eine noch größere Zielgruppe an, bei dem spielerisch-heiteren Wettkampf ihre Rechtschreibung zu trainieren. Daher überlegt die Stiftung, das Format in Zukunft auch parallel zu den regionalen Wettbewerben in Präsenz beizubehalten und weiter auszubauen. Bis dahin gilt es, den "Rechtschreibstar 2020" zu küren – an die Tasten, fertig, los!