Bildung. Verantwortung. Frankfurt.

Als eine der größten gemeinwohlorientierten Stiftungen Deutschlands engagiert sich die Stiftung Polytechnische Gesellschaft für die Frankfurter Stadtgesellschaft. Ganz im Sinne der polytechnischen Ideen ist sie operativ und fördernd in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technik, Kultur, Soziales und Bürgerengagement tätig.

Vielfalt und Zusammenhalt

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft wurde 2005 von der traditionsreichen Polytechnischen Gesellschaft e. V. errichtet. In ihren Projekten möchte sie unmittelbaren Nutzen entfalten, Menschen konkret stärken sowie die Stiftungsarbeit und deren Ziele deutlich machen: innovativ, nützlich, praktisch, verständlich und sichtbar.

Die Leitprojekte der Stiftung reichen vom Deutschsommer über das Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern sowie das Main-Campus-Stipendiatenwerk bis zu den Stadtteil-Botschaftern. Stets geht es dabei – den Werten der Aufklärung folgend – um Bildung, Vernunft und Verantwortung im umfassenden Sinne. Die Stiftung betreibt Breiten- sowie Spitzenförderung und unterstützt Projekte Dritter, die einen hohen Nutzen für die Bürger Frankfurts haben. Sie nimmt insbesondere gesellschaftliche Bereiche in den Blick, die besonderer Zuwendung bedürfen – und tut, was fehlt und nützt.

Gruppenbild beim Alumni- und Stipendiatentag der Stiftung auf der Wegscheide. Foto: Philip Eichler

Wie wir arbeiten

»Vielfalt ohne Einheit ist Beliebigkeit.« Diese Maxime des französischen Philosophen Blaise Pascal kann als Motto der Stiftung Polytechnische Gesellschaft gelten. Denn ihr Engagement für Bildung und Verantwortung beruht auf einer Systematik von aufeinander aufbauenden und miteinander verzahnten Projekten. Mit diesen sogenannten Projektketten garantiert die Stiftung den stringenten Zusammenhang und eine nachhaltige Wirkung ihrer Tätigkeit. Da die Stiftung zudem entlang der Bildungsbiografie fördert, begleitet sie viele Menschen über mehrere Jahre und in verschiedenen Programmen als verantwortungsbereite Bürger Frankfurts.

 

Tun, was fehlt und nützt

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft möchte dazu beitragen, dass Frankfurt zu einem Modell für eine moderne, bürgernahe Stadtgesellschaft wird und dass die Position Frankfurts innerhalb Deutschlands und im Vergleich mit anderen Metropolen gestärkt wird. Hierfür entwickelt sie verschiedene Projekte und gewährleistet eine professionelle Umsetzung und Evaluation. Dabei nutzt sie ihr Privileg als unabhängige Institution, um Neues zu erproben und bestmögliche Lösungen für die unterschiedlichsten Herausforderungen zu erarbeiten.

Diesterweg-Stipendiaten bei einer Main-Rundfahrt. Foto: Philip Eichler

Eine »Werkbank« für die Frankfurter Stadtgesellschaft

Das Wirken der Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist auf Frankfurt am Main fokussiert. Trotzdem finden immer wieder Projekte durch Projekttransfer ihren Weg in andere Kommunen und vergrößern somit die Reichweite der Stiftungsarbeit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Stiftung fördert auch hervorragende Projekte Dritter, die einen hohen Nutzen für die Allgemeinheit erbringen, jedoch ohne die Förderung der Stiftung nicht realisiert werden könnten.

 

Markenkranz – Leitprojekte der Stiftung

Im Mittelpunkt der »polytechnischen Marke« steht die Förderung von Bildung und Verantwortung in der Frankfurter Stadtgesellschaft. Alle Stiftungsprojekte dienen der Ausbildung und Stärkung von Fähigkeiten, die dem Einzelnen die Übernahme von Verantwortung in der Bürgergesellschaft ermöglichen. Nahezu alle Projekte der Stiftung werden in Kooperation mit privaten und öffentlichen Partnern durchgeführt. Diese werden u. a. auf der Website (www.sptg.de) der Stiftung ausführlich genannt.

Woher wir kommen

Gegründet wurde die Polytechnische Gesellschaft e. V. von engagierten Frankfurter Bürgern im Jahr 1816. Seither setzt sich die Bürgervereinigung, der auch Johann Wolfgang von Goethe und Freiherr vom Stein angehörten, für die Förderung der Frankfurter Stadtgesellschaft ein. Auf das Engagement der »Polytechniker« gehen Initiativen wie die Gründung der Frankfurter Sparkasse von 1822, die erste Sonntagsschule für Handwerksgesellen, Fortbildungsangebote für Frauen oder das Museum Angewandte Kunst zurück. Für die Errichtung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main hat die Polytechnische Gesellschaft e. V. den größten Teil der Erlöse, die ihr im Jahr 2005 aus dem Verkauf der Frankfurter Sparkasse zugeflossen sind, zur Verfügung gestellt. Durch ihre Zustimmung zu diesem Verkauf sind die »Polytechniker« selbst zu Stiftern geworden.

 

Fleiß und Gemeinschaft

Die Biene ist das Wappentier der Polytechnischen Gesellschaft. Aus dem Bienenkorb im Mittelpunkt des Wappens ist das Bogenelement im Logo der Stiftung Polytechnische Gesellschaft abgeleitet worden. Es findet sich so auch bei allen anderen Töchtern der Polytechnischen Gesellschaft e. V. Die Biene gilt zudem seit der Aufklärung als das Symboltier für Fleiß und Gemeinschaft.

P O · LY · TECH · NISCH [ADJ.]

Viele Fähigkeiten / mehrere Zweige der Technik, auch der Wirtschaft, der Gesellschaftspolitik o. Ä. umfassend.

 

Was heißt »polytechnisch«? Dieser in der Aufklärung gebräuchliche Begriff umfasst im Kern die vielfältigen Fähigkeiten des Menschen. Übertragen auf »Bildung und Verantwortung« als Leitbilder der Stiftung ergibt sich daraus eine Förderung der fachlichen und Persönlichkeitsbildung des Einzelnen mit dem Ziel seiner Befähigung zur verantwortlichen Mitwirkung in der Bürgergesellschaft.

Foto: Sebastian Schramm

Domizil mit Geschichte: das Polytechniker-Haus

Seit 2011 ist die Stiftung Polytechnische Gesellschaft im heutigen Polytechniker-Haus in der Untermainanlage 5 und damit mitten im Herzen Frankfurts ansässig – gemeinsam mit der Polytechnischen Gesellschaft e. V., dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt e. V. und der Wöhler-Stiftung.

Am Ostrand des Bahnhofsviertels in unmittelbarer Nähe des Mainufers, der Städtischen Bühnen und des Jüdischen Museums gelegen, wurde das Polytechniker-Haus Mitte der 1870er-Jahre nach spätklassizistischem Vorbild erbaut. Auftraggeber des vierstöckigen Eckhauses, mit dessen Bau 1874 begonnen wurde, war der Frankfurter Architekt und Bauunternehmer Wilhelm Benkard.

Vielfältig wie die Stiftung – das Haus und seine Bewohner 

Bereits im Jahr 1878 wechselte das Anwesen in den Besitz des Malers und Juristen Peter Burnitz, der die Immobilie weitervermietete. Zu den Mietern in der Untermainanlage 5 zählten im Laufe der Zeit der als Freskenmaler berühmt gewordene Eduard von Steinle, Kapellmeister und Korrepetitoren der Frankfurter Oper, der Tuchhändler Bossong, Anwälte, Notare, Handelsgesellschaften und Agenturen – aber auch ein Friseursalon, eine Gesellschaft für Zeitarbeit und die italienische Notenbank.

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft erwarb das Geschäftshaus Untermainanlage 5 zu Anfang des Jahres 2010. Es war eine der ersten Aufgaben, das durch lange Mischnutzung geprägte Haus, das von seiner eigentlichen Anlage her ein Wohnhaus war, außen und innen an die Bedürfnisse der Stiftung anzupassen. Es geschah mit der heute üblichen und gewollten Rücksicht und Achtsamkeit auf die Belange des Denkmalschutzes und das öffentliche Interesse. Das Haus sollte modernen Ansprüchen an ein Büro so weit wie möglich genügen, und es sollte allen Nutzern eine Anlaufstätte und eine temporäre Heimat bieten können – der ausländischen Familie, die sich über ein Diesterweg-Stipendium besprechen möchte, ebenso wie den Mitarbeitern, den Gremien und allen Gästen.

Das zur Zeit der Übernahme überwiegend leerstehende Haus bot der Stiftung als Selbstnutzer die Gelegenheit zu einem umfassenden und werthaltigen Ausbau, der nach einem Wettbewerb um die besten Ideen gemeinsam mit dem Architekturbüro Rosen aus Frankfurt am Main ins Werk gesetzt wurde. Die neu gestaltete Außenanlage und die in elegantem Ton gestrichene Fassade fallen schon von Weitem auf. Innen wurde der ursprüngliche Charakter weitestgehend wieder hergestellt, das historische Parkett im Erdgeschoss und 99 Treppenstufen behutsam aufgearbeitet.

Von 2017 bis 2018 fanden weitere Umbaumaßnahmen im ersten Stock sowie im Untergeschoss des Polytechniker-Hauses statt – in der Beletage sowie einer Lounge bieten seitdem moderne und lichtdurchflutete Räume ideale Bedingungen für Workshops, Wissensaustausch, Weiterbildungen und vieles mehr. Die Stiftung, die Polytechnische Gesellschaft und das Kuratorium Kulturelles Frankfurt verfügen im Polytechniker-Haus über rund 1.200 qm moderne Bürofläche; alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Tageslicht und Aussicht auf den Main oder die Innenstadt.

Das ist vielleicht das wichtigste Ergebnis des Umzuges an die Untermainanlage: die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ist unübersehbar in der Mitte der Stadt beheimatet. So wie die Untermainlage in einer entscheidenden Phase der Stadtgeschichte als Teil einer neuen, größeren Innenstadt entstand, so sollen nun von dort, vom Polytechniker-Haus, andauernde Impulse für die gesamte Stadt Frankfurt am Main ausgehen.

Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft

Mit dem Ziel der Förderung der Stadtgesellschaft wurde die Polytechnische Gesellschaft am 24. November 1816 von engagierten Frankfurter Bürgern gegründet – als "Polytechnischer Verein". Zu den Gründungsmitgliedern zählten der Bankier Simon Moritz von Bethmann, der Mathematiker, Physiker und Maschinenbauer Johann Heinrich Moritz von Poppe sowie der Pädagoge Adolph Diesterweg, nach dem heute das Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern benannt ist. Im Kreis der Ehrenmitglieder finden sich Johann Wolfgang von Goethe, Justus von Liebig sowie August Anton und Friedrich Wöhler.

Bürgerschaftliches Engagement zugunsten von Frankfurt am Main

Auf die Polytechnische Gesellschaft gehen Initiativen zurück wie die Gründung der Frankfurter Sparkasse von 1822, die erste Sonntagsschule für Handwerksgesellen, eine Gewerbeschule, Schulspeisungen für Arbeiterkinder und Fortbildungsangebote für Frauen.

Für die Errichtung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main stellte die traditionsreiche Vereinigung mit 397 Millionen Euro den größten Teil der Erlöse zur Verfügung, die ihr anno 2005 aus dem Verkauf der Frankfurter Sparkasse an die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zuflossen.

Durch ihre Zustimmung zu diesem Verkauf sind die Mitglieder der Gesellschaft, die "Polytechniker", selbst zu Stiftern geworden – ein Engagement, das im Jahr 2016 mit dem Deutschen Stifterpreis des Bundesverbands Deutscher Stiftungen gewürdigt wurde.

In den vergangenen 200 Jahren hat die Polytechnische Gesellschaft 50 Tochterinstitute gegründet. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Kunst, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben der Stiftung Polytechnische Gesellschaft engagieren sich die Wöhler-Stiftung, das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e. V., der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e. V.  und der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main für Bildung, Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, das sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.