Frankfurter Debatte über die Sprache

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bietet seit 2019 die neue Veranstaltungsreihe Frankfurter Debatte über die Sprache an, die einmal jährlich in Frankfurt stattfindet und jedes Jahr einen anderen, aktuellen Aspekt des Sprachgebrauchs beleuchtet. Mit diesem Format antwortet die Akademie auf das große öffentliche Interesse an Sprache und möchte das öffentliche Bewusstsein für den Sprachgebrauch schärfen.

Über die "Sprache der Verfassung" diskutierten bei der ersten Veranstaltung am 14. November 2019 Rechts- und Sprachwissenschaftler, Politiker und Schriftsteller in der Evangelischen Akademie Frankfurt. In zwei Podien wurde den Fragen "Soll das Volk die Verfassung verstehen?" und "Welche Sprache spricht die europäische Verfassung?" sowie dem Zusammenhang von Gesellschaftswandel, Verfassungswandel und Sprachwandel nachgegangen.

Die zweite Frankfurter Debatte über die Sprache wird am 3. November 2020 "Die Sprache des identitären Denkens" in den Blick nehmen und sich Phänomenen der aktuellen "Sprachverrohung" widmen. Über das Denken, das hinter Begriffen wie "Umvolkung" oder "Kopftuchmädchen" steckt, und die Folgen eines solchen Sprach- und Mentalitätswandels für unsere Gesellschaft werden der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich Detering (Universität Göttingen) und der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Gardt (Universität Kassel) gemeinsam mit acht Vertretern aus Wissenschaft, Feuilleton und Medien diskutieren. Die beiden Themenblöcke der Veranstaltung sollen sich mit der Geschichte und Gegenwart identitärer Sprache sowie mit den Möglichkeiten und Grenzen sprachlichen Handelns befassen.


Sprachförderprofis

Seit 2016 unterstützt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium und dem Stadtschulamt Frankfurt das Modellprojekt Sprachförderprofis der Goethe-Universität. Ziel des Projekts ist es, pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten und Grundschulen dafür zu qualifizieren, linguistisch fundierte Sprachförderung zu konzipieren und diese flexibel in Großgruppen sowie in Kleingruppen für Kinder mit besonderem Förderbedarf einzusetzen.

Das Projekt setzt an einem entscheidenden Schnittpunkt der Lernbiografie an: dem Übergang von Kindergarten und Grundschule. Mehrsprachig aufwachsende Kinder profitieren von kontinuierlichen Fördermaßnahmen durch die Sprachförderkräfte und verbessern so ihre Deutschkenntnisse. Bislang konnten in Frankfurt 170 und in Hessen insgesamt 387 Sprachförderprofis qualifiziert werden. 2020 haben die Förderpartner beschlossen, das erfolgreiche Projekt für weitere drei Jahre fortzuführen.


Mathemagie

Praxisnah, orientiert an unseren Lebenswelten, schafft die Vernetzung von Gestaltungsaufgaben mit MINT-Fächern neue Zugänge zu den Naturwissenschaften. Mathemagie ist ein Workshopformat, das 2019 erstmals mit Frankfurter Schülern realisiert wurde. Wiederkehrende Gestaltungsmuster, Strukturen oder Ordnungsprinzipien in der Natur werden untersucht, um diese als Inspiration beziehungsweise Entwicklungsansatz für eigene Entwürfe zu nutzen. In Skizzen und Modellen, beim Arbeiten mit Zirkel, Lineal und haptischen Materialen, verwandeln sich nüchterne Zahlen in anschauliche Prinzipien. Die Anwendungsgebiete reichen z.B. vom cleveren, mobilen Raumkonzept für Grillevents über eine spielerische Motivation zur Mülltrennung in Schulen bis zu materialreduzierten, effektvolle Leuchten. Im Entwurfsprozess erleben die Teilnehmenden, dass abstrakte Formeln im Alltag erstaunlich lebendig sind. Um beispielsweise geeignete Proportionen für geometrische Körper zu berechnen, dient der Goldene Schnitt, besonders beliebt ist das Pentagramm.

Mit ihren überraschend vielfältigen Entwürfen haben 26 Kinder sowie Jugendliche am Helmholtz Gymnasium und an der Carl-von-Weinberg Schule bewiesen, dass mathematische Inhalte nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch anwendbar sind. Mehr Begeisterung für die konkrete Anwendung von Zahlen ist entstanden, unterstützt von den interdisziplinären Ansätzen im Design. In weiteren Schulen und als Fortbildungsmaßnahme für Lehrer*innen setzt die Stiftung Deutsches Design Museum den Mathemagie-Workshop auch im kommenden Schuljahr ein.