Deutschsommer - Ferien, die schlau machen

Seit 2007 führt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft jährlich den Deutschsommer durch. Das heißt für Frankfurter Drittklässlerinnen und Drittklässler: Ab in die Natur und drei Wochen lang Ferien erleben, die schlau machen.

Gute Deutschkenntnisse sind entscheidend für den Bildungserfolg. In Frankfurt gibt es viele Kinder, die eine zusätzliche Förderung benötigen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Der Deutschsommer richtet sich an diese Drittklässlerinnen und Drittklässler mit erhöhtem Sprachförderbedarf. Das Ziel des Projekts ist es, die Kinder vor dem Übergang in die wegweisende vierte Klasse in ihrer Sprach- und Persönlichkeitsbildung zu unterstützen.

In den ersten drei Wochen der Sommerferien verbessern die Kinder spielerisch ihre Deutschkenntnisse, entwickeln ein Theaterstück und entdecken die Rhein-Main-Region in einem attraktiven Freizeitprogramm.

So lernen sie nicht nur Deutsch und Theater spielen, sondern auch sich selbst und andere besser kennen. In Fach-, Selbst- und Sozialkompetenzen gestärkt, starten sie anschließend in das entscheidende vierte Schuljahr.

Im Deutschsommer Theater spielen, Deutsch lernen und die Freizeit genießen

Im Deutschsommer unterrichten Pädagogen am Vormittag jeweils zwei Schulstunden Deutsch und Theater in Gruppen mit rund 15 Kindern. Sozialpädagogen gestalten das anschließende Freizeitprogramm. Montags bis freitags übernachten die Kinder in einer Herberge in der Nähe Frankfurts (Schullandheim Wegscheide/Jugendherberge Oberreifenberg). Am Wochenende kommen die Kinder nach Hause. Die An- und Abreise wird mit Bussen organisiert. Die Pädagogen sind 24 Stunden am Tag für die Kinder da und fördern auch im Alltagsgeschehen die Sprachkompetenz der Kinder.

Am vorletzten Tag des Deutschsommers präsentieren die Kinder ein selbst erarbeitetes Theaterstück vor ihren Familien.

Die Auswahl der Kinder erfolgt nach pädagogischen Gesichtspunkten und in enger Absprache mit den Klassenlehrkräften. Vor Beginn des Deutschsommers findet ein Familienabend statt, an dem alle Eltern und Kinder über den Deutschsommer informiert werden und das Team kennenlernen. Für Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und Programm wird ein Kostenbeitrag von 50 Euro erhoben

Deutschsommer in der Stadt

Das Frankfurter Dezernat für Integration und Bildung ermöglicht seit 2016 einen Deutschsommer in der Stadt für 30 Kinder. Das Teilprojekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die erst seit Kurzem in Deutschland leben, eine Intensivklasse besuchen oder sich im Übergang in die Regelklasse befinden.

Das klassische Deutschsommerprogramm wird mit Blick auf die Bedürfnisse dieser Kinder neu ausgerichtet: Im Deutschunterricht üben die Kinder die Grundlagen der deutschen Sprache, sie erweitern ihren Wortschatz und trainieren das Bilden einfacher Sätze. Die Lektüre »Rosie und Moussa« verbindet den Deutsch- und Theaterunterricht und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte im Freizeitprogramm. Neben einem Workshopangebot bieten Ausflüge die Möglichkeit, die Stadt besser kennenzulernen. Montags bis freitags, 8.30 bis 15.30 Uhr, lernen die Kinder in der Textorschule (Sachsenhausen) gemeinsam. Auch für sie steht am Ende eine Theateraufführung, bei der sie stolz präsentieren, was sie gemeinsam erarbeitet haben.

Projektpartner

Mehrere Projektpartner unterstützen den Deutschsommer, darunter das Hessische Kultusministerium, das Dezernat für Integration und Bildung der Stadt Frankfurt am Main, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main, das Staatliche Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main, das Stadtschulamt der Stadt Frankfurt am Main, die Volkshochschule Frankfurt am Main sowie das Deutsche Jugendherbergswerk – Landesverband Hessen e. V.

Die Rechtsanwalts- & Steuerberatungsgesellschaft Sterlepper, die Erhard Kunert-Stiftung, die DZ BANK Stiftung sowie die Union Investment Stiftung beteiligen sich am Deutschsommer durch die Übernahme von Stipendienplätzen.

Eine Idee geht ihren Weg

Der Frankfurter Deutschsommer baut auf einem Pilotprojekt aus Bremen auf, das von der Jacobs Foundation initiiert wurde. Das Hessische Kultusministerium übertrug 2018 das Projekt an die Standorte Darmstadt, Gießen, Rüsselsheim, Wetzlar, Wiesbaden und erreichte seitdem jährlich rund 150 Kinder. Dank zahlreicher Partner in Kommunen außerhalb Frankfurts wird der Deutschsommer außerdem auch in Münster, Hanau, Offenbach, Schwalbach und Oberursel angeboten.

Der Frankfurter Deutschsommer in Zahlen

Seit dem Startschuss im Jahr 2007 wurden über 2000 Kinder und deren Familien erreicht (Stand: Juli 2018).  Die Teilnehmer stammten aus 46 Frankfurter Grundschulen.

In einer Generationenumfrage, die die Jahre 2007 bis 2013 umfasste, gaben 91 Prozent der befragten Schüler an, dass ihnen der Deutschsommer geholfen habe, sich sprachlich zu verbessern. 78 Prozent sagten, er habe sie dazu motiviert, sich in der Schule mehr anzustrengen, was wiederum bei 74 Prozent der Befragten zu besseren Schulnoten führte. Auch beim Schulwechsel half das Wissen aus dem Deutschsommer und zwar bei 76 Prozent der Schüler.

2016 wurde der Deutschsommer mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet, 2010 erhielt er das Phineo Wirkt-Siegel und wurde im selben Jahr als Ort im Land der Ideen ausgewählt.

Petra Hart

Projektleiterin Bildung

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Sascha Janitz

Projektkoordinator Deutschsommer

069 - 789 889 - 71 / 0163 - 441 5775

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