Polytechnik-Preis

Mit dem Polytechnik-Preis würdigt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Forschungs- und Entwicklungsleistungen der fachdidaktischen Wissenschaftler in Deutschland. Der Preis ist mit 70.000 Euro dotiert.

Auszeichnet werden Fachdidaktiker und pädagogische Fachkräfte, die herausragende Unterrichtskonzepte und Lernangebote in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik entwickelt, erprobt und umgesetzt haben.

Mit dem Polytechnik-Preis werden seit 2011 die Leistungen der Wissenschaftler in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, innovative Unterrichtskonzepte bekanntgemacht und deren Transfer in die Schulen in Frankfurt und Umgebung gefördert. Jede Ausschreibung des Polytechnik-Preises erfolgt zu einem aktuellen Schwerpunktthema.

2011:   Stärkung des MINT-Unterrichts in der Sekundarstufe I und II.
2013:   Unterrichtskonzepte und Lernangebote für die Primar- und Elementarstufe.
2016:   MINT-Vermittlungskonzepte an außerschulischen Lernorten.

Hoher Reputationswert

Die Preisträger profitieren einerseits von dem Preisgeld, das sie für ihre Forschung verwenden können, ganz besonders aber von der Reputation, die mit der Auszeichnung verbunden ist. Der Preis wird in der Hochschullandschaft in Deutschland aufmerksam wahrgenommen, denn er zollt der wissenschaftlichen Arbeit der Fachdidaktiker Anerkennung - und Forschung für guten Unterricht ist grundlegend wichtig, um die Bildungschancen unserer Kinder zu verbessern.

Kandidaten können entweder für den Polytechnik-Preis vorgeschlagen werden oder aber sich initiativ bewerben. Eine unabhängige Auswahlkommission, bestehend aus Experten der Bereiche Schule, Wissenschaft und Stiftungswesen, wählen die außergewöhnlichsten Projekte aus.

Aus der Theorie in die Praxis

Im Anschluss an die Preisverleihung werden die Preisträgerkonzepte in einem strukturierten Transferprozess an Frankfurter Kindergärten und Schulen implementiert. Die zahlreichen Fortbildungen, oftmals von den Preisträgern selbst durchgeführt, werden von den Teilnehmern als besonders praxisnah und nutzbringend erachtet.

Zusätzliche Austauschtreffen und Exkursionen während der zweijährigen Implementierungsphase unterstützen die Erzieherinnen und Lehrkräfte, die neuen Unterrichtskonzepte und Lernangebote in ihrer pädagogische Arbeit zu verankern.

Als Beispiele für Transferprojekte, die ihre Umsetzung in Frankfurt am Main durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gefunden haben, seien KEMIE und Mathe für kleine Asse genannt, die beide im Frühjahr 2017 starten. Eine Erklärung beider Projekte finden Sie unten.

Das sind die bisherigen Preisträger

Das sind die Preisträger der bisherigen Polytechnik-Preis-Verleihungen und ihre Themen:

2016: "Erfolgreiche und nachhaltige Vermittlung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an außerschulischen Lernorten"

1. Preis: Prof. Dr. Katrin Sommer (Bochum) - "KEMIE – Kinder erleben mit ihren Eltern Chemie"
2. Preis:  Prof. Dr. Burkhard Priemer und Prof. Dr. Lutz-Helmut Schön (Berlin/Wien) - "Vom Sehen zur Optik"
3. Preis:  Prof. Dr. Friedhelm Käpnick (Münster) - "Mathe für kleine Asse".
Sonderpreis: Irina Fritz und Christine Füssl-Gutmann (München) - "Der Stoff aus dem die Dinge sind – Werkstoffe der Gegenwart und Zukunft".

2013: "Innovative Lernangebote und Unterrichtskonzepte für den Elementar- und Primarbereich."

1. Preis: Prof. Dr. Kornelia Möller (Münster) - "Klasse(n)kisten"
2. Preis: Prof. Dr. Hedwig Gasteiger (München) - "Frühe mathematische Bildung in Alltags- und Spielsituationen"
2. Preis: Prof. Dr. Gisela Lück (Bielefeld) - "Naturwissenschaftliche Bildung im frühen Kindesalter"
2. Preis: Prof. Dr. Brunhilde Marquardt-Mau (Bremen) - "ELISA-Lab und KIGA-Lab"
2. Preis: Prof. Dr. Christoph Selter (Dortmund) - "PIK AS: Kompetenzorientierter Mathematikunterricht in der Grundschule"

2011:  "Herausragende Konzepte für Schulunterricht in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik" (MINT)

1. Preis: Prof. Dr. Ilka Parchmann (Kiel) - "Chemie im Kontext"
2. Preis: Prof. Dr. Marcus  Hammann (Münster) - "Kompetenzorientiertes Experimentieren"
2. Preis: Prof.  Dr. Aiso Heinze (Kiel) - "Mathe macht stark"
2. Preis: Prof. Dr. Peter Hubwieser (München) - "Modulares Gesamtkonzept für den Informatikunterricht"
2. Preis: Prof. Dr. Thomas Wilhelm, Prof. Dr. Hartmut Wiesner, Dr. Verena Tobias, Dr. Christine Waltner und Prof. Dr. Martin Hopf (München/Würzburg/Wien) - "Dynamische Einführung in die Mechanik"

Projekte im Detail

Das Akronym KEMIE steht für 'Kinder erleben mit ihren Eltern Chemie'. Einmal im Monat gehen 10- bis 13-Jährige mit ihren Eltern ins Labor, führen in Zweierteams Experimente durch und lernen dabei naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen kennen. 

Das Rahmenthema des Projekts, das vom Sommer jeweils bis zum Schuljahresende geht, sind stets Lebensmitteln, deren Inhaltsstoffe und Konservierung. Unterstützt und begleitet werden die Tandems von Studierenden, Wissenschaftlern, Auszubildenden und Ausbildern.

Erfinderin von KEMIE ist Prof. Dr. Katrin Sommer von der Ruhr-Universität Bochum. Sie erhielt für das Projekt den im Jahr 2016 mit 50.000 Euro dotierten 1. Platz des Polytechnik-Preises. Die Wirksamkeit ihres Projekts konnte bereits durch eine systematische empirische Evaluation in Bochum bestätigt werden. 

KEMIE wird in Zusammenarbeit mit der Didaktik der Chemie an der Goethe-Universität und Provadis, Partner für Bildung & Beratung realisiert und durch den Verband der Chemischen Industrie e. V., Landesverband Hessen, gefördert. 

Mathe für kleine Asse fördert besonders mathematikbegabte und -interessierte Schülerinnen und Schüler und vermittelt ihnen Spaß an Zahlen, Formeln und problemlösendem Denken.

Im Zweiwochentakt treffen sich die Drittklässler verschiedener Frankfurter Schulen zu gemeinsamen Forscherstunden. 90 Minuten lang knobeln und tüfteln die kleinen Asse unter der Anleitung von Mathematikstudenten und einem Mathematiklehrer und begeben sich auf die Spur mathematischer Geheimnisse. Dabei wird kein Schulstoff vorweggenommen, sondern dieser vertieft oder praktisch angewendet.

Neben den zweiwöchigen Treffen wird es einmal im Halbjahr eine mathematische Exkursion geben. Die Kinder erkunden dann, ausgestattet mit Smartphones des Instituts, den Campus Bockenheim auf mathematische Weise und lösen dabei mithilfe von GPS und einer App Schätz-, Überschlag- und Problemlöseaufgaben.

Das Konzept von Mathe für kleine Asse stammt von Friedhelm Käpnick, Professor für Mathematikdidaktik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Er war damit 2016 der Drittplatzierte beim Polytechnik-Preis für die Didaktik der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Den Projekttransfer nach Frankfurt ermöglichen neben der Stiftung und der Goethe-Universität das Hessische Kultusministerium und die Adolf Messer Stiftung.

 

 

Dr. Wolfgang Eimer

Projektleiter Polytechnik-Preis

069 - 789 889 - 27

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